Schlagwort-Archiv: Nebenwirkungen

Neue Funktionen in der SCHOLZ Datenbank

Die neuste Version der SCHOLZ Datenbank hält wieder tolle neue Features für ihre Nutzer bereit und kann ab dem 15.02.2017 wie gewohnt über unseren Downloadbereich heruntergeladen werden.

In dieser Version gibt es im Bereich der Medikamenteneingabe einen neuen Button mit dem Namen „Arzneimittelinformation“. Hier findet man neben den bekannten Funktionen „Fachinfo“ und „Dosierungsrechner“ auch 3 neue Funktionen:

  • Nebenwirkungen: Alle Nebenwirkungen eines ausgewählten Arzneimittels in tabellarischer Übersicht inkl. Relevanz und Häufigkeit auf einen Blick!
  • Kontraindikationen: Arzneimittelbezogene tabellarische Übersicht über alle Kontraindikationen und Anwendungsbeschränkungen!
  • Gebrauchsinformation: Direkte Verlinkung auf die aktuelle Gebrauchsinformation des Arzneimittels in standardisierter Form über den Service „beipackzettel.de“ (weitere Info zu „beipackzettel.de“ unter http://scholz-datenbank.de/sites/beipackzettel)

Diese neue Version nicht mehr kompatibel mit dem Betriebssystem Windows XP.

Mehr Informationen diesen und anderen Funktionen der SCHOLZ Datenbank finden Sie via www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.

Nutzen Sie die Möglichkeit und testen Sie die SCHOLZ Datenbank einen Monat lang kostenlos: http://www.scholz-datenbank.de/licenses/new?product_id=17

 

News Arzneimittelrisiken: Thalidomid in reduzierter Initialdosis bei Patienten über 75 Jahren

Thalidomid 50 mg wird in Kombination mit Melphalan und Prednison zur Erstlinientherapie eines multiplen Myeloms bei Patienten ab einem Alter von 65 Jahren eingesetzt bzw. bei Patienten, bei denen keine hochdosierte Chemotherapie durchgeführt werden kann [1]. Bei einem muliplen Myelom handelt es sich um eine seltene Krebserkrankung, mit der man in der Offizin nur sehr selten in Berührung kommt. Allerdings ist es gerade im Bereich AMTS oder in der Krankenhausapotheke wichtig zu wissen, wie dieses Arzneimittel eingesetzt wird und wie es zu dosieren ist.

Die Firma Celgene informiert aktuell in einem Rote-Hand-Brief über eine Änderung der Dosierungsempfehlung für Thalidomid bei Patienten ab einem Alter über 75 Jahren. Hier sollte die Initialdosis von Thalidomid 100 mg statt 200 mg pro Tag betragen [2].

 Weiterhin wird auch eine Reduktion der Initialdosis von Melphalan empfohlen, wenn es bei Patienten über 75 Jahren mit Thalidomid kombiniert wird. Außerdem muss hier eine Dosisreduktion bei Niereninsuffizienz in Betracht gezogen werden.

Diese Reduktion der Thalidomid-Initialdosis für Patienten ab 75 Jahren beruht auf einer aktuellen Auswertung von Phase III Studien, in denen sich für die genannte Altersklasse eine erhöhte Gesamtinzidenz für schwerwiegende Nebenwirkungen und Grad 5-Nebenwirkungen ergab. Allerdings gab es keine signifikanten Unterschiede bei den primären Todesursachen zwischen den beiden Altersgruppen. Bei einer Reduktion der Intialdosis von Thalidomid bei Patienten über 75 Jahren auf 100 mg ist mit einem vergleichbaren Nebenwirkungsprofil wie bei jüngeren Patienten zu rechnen, die 200 mg Thalidomid erhalten.

 

Mehr Information zu diesen und anderen Arzneimittelrisiken sowie zum Thema AMTS finden Sie in der SCHOLZ Datenbank via www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.

 

[1] http://www.ema.europa.eu/docs/de_DE/document_library/EPAR_-_Summary_for_the_public/human/000823/WC500037052.pdf

[2] http://www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/RHB/Archiv/2015/20151109.pdf

Neu in der SCHOLZ Datenbank – Wir stellen das Risikoprofil des neuen Wirkstoffs Naloxegol vor

Naloxegol (Moventig®) ist ein peripher wirksamer μ-Rezeptor-Antagonist, der zur Behandlung der Opioid-induzierten Obstipation eingesetzt wird. Naloxegol ist das PEGylierte Derivat des bekannten zentralwirksamen μ-Rezeptor-Antagonisten Naloxon. Naloxegol ist auch ein Substrat des Efflux-Transporters P-Glycoprotein (P-gp). Durch die PEGylierung und den Transport über P-gp soll eine Wirkung von Naloxegol im ZNS verhindert werden. Unter Gesichtspunkten der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) müssen v.a. gastrointestinale Nebenwirkungen und pharmakokinetische Wechselwirkungen berücksichtigt werden.

 Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Diarrhö und abdominale Schmerzen, die v.a. in höheren Dosierungen auftreten (sehr häufig ≥ 10%). Durch Dosisreduktion kann die Verträglichkeit erhöht werden. Häufig traten auch andere gastrointestinale Beschwerden wie Erbrechen, Übelkeit und Flatulenzen auf. Gelegentlich wurde das Auftreten eines Opioid-Entzugs-Syndroms beobacht, obwohl die ZNS-Gängigkeit von Naloxegol minimal ist.

Pharmakokinetische Interaktionen

Naloxegol wird über das Cytochrom P-450-Enzym CYP3A4 metabolisiert. Starke CYP3A4-Inhibitoren sind kontraindiziert. Bei mittelstarken CYP3A4-Inhibitoren reicht eine Dosisreduktion, um die gastrointestinale Verträglichkeit von Naloxegol zu gewährleisten und die Auslösung eines Opioid-Entzugs-Syndroms zu vermeiden. Auch CYP3A4-Induktoren sollten während einer Therapie mit Naloxegol vermieden werden.

P-gp-Inhibitoren wie z.B. Chinidin führten ebenfalls zu einem leichten Anstieg der Naloxegol-Plasmaspiegel, allerdings wird die ZNS-Penetration von Naloxegol nicht erhöht. Somit sind durch eine P-gp-Inhibition wahrscheinlich nicht vermehrt Nebenwirkungen zu erwarten, wenn nicht gleichzeitig eine moderate bis starke CYP3A4-Inhibition erfolgt. Allerdings hängen P-gp- und CYP3A4-Inhibition in den meisten Fällen zusammen.


Diese Informationen stellen einen Auszug der risikorelevanten Hinweise dar. Mehr Information zu diesen und anderen Arzneimittelrisiken finden Sie in der SCHOLZ Datenbank via www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.