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News: Arzneimittelrisiken – Rote Hand Brief zu Crizotinib

Während der Therapie mit Crizotinib (Xalkori®), einem Inhibitor der ALK-Tyrosinkinase (ALK = anaplastic lymphoma kinase), wurden schwere, sogar tödlich verlaufende Fälle, von Herzinsuffizienz beobachtet [1]. Crizotinib wird angewendet zur Therapie des ALK-positiven nichtkleinzelligen Bronchialkarzinoms.

Die Herzinsuffizienz trat sowohl bei Patienten mit als auch ohne vorbestehende Herzerkrankungen auf. 1,1% der Patienten zeigten im Rahmen von klinischen Studien (n = 1669) eine Herzinsuffizienz jeglicher Schweregrade. Seit Inverkehrbringen von Crizotinib haben ca. 14.700 Patienten das Medikament erhalten. Bei 40 Patienten wurde über eine Herzinsuffizienz berichtet, die meist im ersten Behandlungsmonat auftrat. Davon endeten 15 Fälle tödlich.

Die Patienten sollten während der Behandlung mit Crizotinib auf Symptome einer Herzinsuffizienz wie z.B. Ödeme, Dyspnoe oder Gewichtszunahme überwacht werden. Falls diese Symptome auftreten, kann eine Reduktion der Dosis oder das Beenden der Crizotinib-Therapie notwendig sein. Die Fachinformation wird hinsichtlich dieser Informationen ergänzt.

Für den Arzt oder Apotheker ist es im Rahmen der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) auch wichtig zu wissen, dass Crizotinib auch andere schwere Nebenwirkungen am Herzen verursachen kann wie z.B. eine QT-Zeit-Verlängerung und Bradykardie. Somit kann es zu Wechselwirkungen mit Arzneimitteln kommen, die ebenfalls eine QT-Zeit-Verlängerung oder Bradykardien auslösen können.

 

Mehr Information zu diesen und anderen Arzneimittelrisiken finden Sie in der SCHOLZ Datenbank via www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.

 

[1] http://www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/RHB/Archiv/2015/20151013.pdf

[2] Fachinformation Xalkori, Pfizer, April 2015