Schlagwort-Archiv: Arzneimitteltherapiesicherheit

NEU in der SCHOLZ Datenbank: Obeticholsäure (Ocaliva®)

Seit Mitte Januar 2017 ist das Gallensäurederivat Obeticholsäure neu in die SCHOLZ Datenbank aufgenommen worden. Obeticholsäure stellt einen selektiven Agonisten am Farnesoid X-Rezeptor (FXR) dar und senkt die Leberexposition gegenüber Gallensäuren, indem die de-Novo-Synthese hemmt und den Transport von Gallensäuren erhöht. Obeticholsäure wird in Kombination mit Ursodesoxycholsäure (UDCA) zur Therapie der primaren biliären Cholangitis bei Patienten angewendet, die UDCA alleine nicht tolerieren.

Im Bereich der Wechselwirkungen sollte v.a. auf zwei kinetische Interaktionen geachtet werden: Bei gleichzeitiger Gabe von Substanzen, die über CYP1A2 metabolisiert werden, kann es zu einer Erhöhung der Plasmaspiegel dieser Substanzen kommen. Weiterhin sollte natürlich ein Einnahmeabstand zu Gallensäure-bindenden Harzen wie z.B. Cholestyramin eingehalten werden.

Worauf im Rahmen der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) bzgl. Dosierung, Nebenwirkungen und Kontraindikationen außerdem geachtet werden muss, erfahren Sie in der SCHOLZ Datenbank.

Mehr Informationen zur SCHOLZ Datenbank finden Sie unter www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.

Neue Wirkstoffkombination in der SCHOLZ Datenbank: Mit Netupitant und Palonosetron gegen Übelkeit und Erbrechen bei Chemotherapie

Akynzeo® heißt das neue Präparat, welches die beiden Wirkstoffe Palonosetron und Netupitant enthält und zur Prävention von Übelkeit und Erbrechen aufgrund einer Chemotherapie eingesetzt wird.

Palonosetron ist ein bekannter Wirkstoff aus der Reihe der 5-HT3-Rezeptor-Antagonisten (Setrone). Bei Netupitant handelt es sich um einen neuen Wirkstoff, der als selektiver Antagonist am Neurokinin-1-Rezeptor wirkt. Diese Kombination ist sowohl gegen die frühe, als auch gegen die verzögerte Phase von Übelkeit und Erbrechen im Zusammenhang mit einer Chemotherapie wirksam.

Unter Gesichtspunkten der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) müssen Anwendungs-beschränkungen und Kontraindikationen wie z.B. terminale Niereninsuffizienz, eingeschränkte Leberfunktion oder Schwangerschaft beachtet werden.

Für Palonosetron sind hauptsächlich pharmakodynamische Wechselwirkungen zu beachten: Palonosetron kann, wie andere Setrone auch, in Kombination mit serotonergen Arzneimitteln zu einem Serotonin-Syndrom führen. Weiterhin muss hier eine mögliche Verlängerung des QT-Intervalls berücksichtigt werden.

Bei Netupitant hingegen müssen pharmakokinetische Wechselwirkungen beachtet werden. Netupitant wird hauptsächlich über CYP3A4 und in geringerem Ausmaß auch über CYP2C9 und CYP2D6 verstoffwechselt. Ein Metabolit von Netupitant ist ein moderater CYP3A4-Inhibitor. Netupitant selbst ist ein Inhibitor der Efflux-Transporter P-gp (P-Glycoprotein) und BCRP (breast cancer restistance protein). Ein Netupitant-Metabolit ist ein Substrat von P-gp.

Somit ist Vorsicht geboten bei gleichzeitiger Anwendung von Netupitant und CYP3A4-Substraten mit geringer therapeutischer Breite, insbesondere auch bei gleichzeitig angewendeten Zytostatika, die CYP3A4-Substrate darstellen. Wechselwirkungen mit P-gp_Substraten sind unwahrscheinlich, da bei gleichzeitiger Anwendung von Digoxin, einem P-gp-Susbtrat mit geringer therapeutischer Breite, keine phamakokinetischen Auswirkungen beobachtet wurden.

Mehr Information zu diesen und anderen Arzneimittelrisiken finden Sie in der SCHOLZ Datenbank via www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.