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SCHOLZ Datenbank präsentierte auf der Expopharm neue Wechselwirkungs-Klassen und Dosierungsschemata für den Medikationsplan sowie eine Schnittstelle zur ADG-Apothekensoftware

Mit den Wechselwirkungs-Klassen steht eine neue Systematik der Bewertung von Wechselwirkungen in der SCHOLZ Datenbank zur Verfügung. Dadurch wird die bewährte duale Differenzierung der Wechselwirkungen hinsichtlich Schweregrad und Häufigkeit durch eine entscheidungsorientierte Einstufung im Sinne einer “triple classification of drug interactions” ergänzt. Die neue Klassifizierzung ist sehr differenziert und vermittelt insbesondere auch klare generelle Handlungsempfehlungen, die dem Anwender gezielte Maßnahmen für die jeweilige Interaktion vorschlagen.

Die neuen Dosierungsschemata zeigen für ein Arzneimittel die gebräuchlichen Dosierungen mit den üblichen Einnahmehinweisen in dem “0-0-0-0″-Format, wie es der Medikationsplan verlangt. Dieses Tool übernimmt direkt 2 wichtige Funktionen: Zum einen ist es hiermit möglich, in Sekundenschnelle die richtige Dosierung inklusive den passenden Einnahmehinweis zuzuordnen, zum anderen wird hier eine direkte Kontrolle der vom Arzt verordneten oder vom Patienten angegebenen Dosierung ermöglicht.

Eine weitere Neuerung aus dem Jahr 2017 stieß ebenfalls auf der expopharm 2017 auf großes Interesse, die sog. SCHOLZ Datenbank PM. PM steht für “Personalisierte Medizin“. Hier werden genetische Faktoren, welche die Ausstattung des Patienten mit bestimmten Arzneistoff-abbauenden Enzymen beschreiben, sowohl qualitativ als auch quantitativ analysiert. Diese Informationen werden, wie auch die Informationen für multi drug drug interactions (MDDI), mit einem Warnbutton und einem tabellarischen Protokoll dargestellt. Darüberhinaus werden auch Empfehlungen zu Dosierungsanpassungen gegeben. Die SCHOLZ Datenbank kann nun sowohl unterschiedliche genetische Ausstattungen des Patienten als auch mögliche Enzymhemmungen gleichzeitig berücksichtigen und daraus ein kumuliertes Ergebnis generieren.

Auch eine neue Schnittstelle zu den ADG-Kassensystemen A3000 und S3000 wurde auf der expopharm vorgestellt. Dies kann als erheblicher Fortschritt bei der Ökononomisierung von AMTS in der Apotheke betrachtet werden. Die neue Schnittstelle mit dem ADG-System ermöglicht eine schnelle Medikationsdatenübertragung aus der Kasse heraus in die SCHOLZ Datenbank. Das AMTS-Modul der ADG wird zukünftig noch mit einer erweiterten Schnittstelle ausgestattet werden, so dass ganze Medikationspläne übertragen und mit der SCHOLZ Datenbank einer AMTS-Prüfung unterzogen werden können.

NEU in der SCHOLZ Datenbank: Ixekizumab (Taltz®)

Ixekizumab ist ein monoklonaler Antikörper gegen Interleukin-17 (IL-17), der zur Behandlung der mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis,bei Erwachsenen angewendet wird.

Obwohl kinetische Wechselwirkungen bei monoklonalen Antikörpern selten sind, ist hier zu beachten, dass Immunmodulatoren, die z.B. das Interleukin-17 (IL-17) inhibieren, evtl. den Cytochrom P450-Stoffwechsel aktivieren können. Dies sollte v.a. bei CYP-Substraten mit geringer therapeutischer Breite beachtet werden.

Weiterhin sollte beachtet werden, dass die Wirksamkeit von Lebendimpfstoffen nicht gewährleistet werden kann. Vorsicht ist außerdem wegen einer erhöhten Infektionsrate sowie möglicher Exazerbationen chronischer Darmerkrankungen geboten.

Mehr Informationen zu Ixekizumab und anderen Arzneistoffen sowie zur SCHOLZ Datenbank finden Sie unter www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.

NEU in der SCHOLZ Datenbank: Ixazomib (Ninlaro®)

Ein neuer Arzneistoff, der seit Mitte Januar in der SCHOLZ Datenbank zu finden ist, ist der Proteasom-Inhibitor Ixazomib. Dieser Stoff induziert in vitro die Apoptose verschiedener Tumorzellen und wird in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason zur Therapie des multiplen Myeloms eingesetzt.

Da Ixazomib über CYP3A4 verstoffwechselt wird, kann es natürlich mit einer Reihe von Arzneistoffen, die CYP3A4 hemmen oder induzieren, zu Wechselwirkungen kommen. Weiterhin müssen hämatologische und gastrointestinale Toxizitäten sowie das genaue Dosierungsschema beachtet werden.

Mehr Informationen dazu und zu vielen weiteren Arzneimittelrisiken finden Sie in der SCHOLZ Datenbank unter www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.

NEU in der SCHOLZ Datenbank: Reslizumab (Cinqaero®)

Reslizumab ist ein monoklonaler Antikörper gegen Interleukin-5 (IL-5), der seit Mitte Januar 2017 in der SCHOLZ Datenbank zu finden ist. Reslizumab wird ausschließlich intravenös verabreicht und ist indiziert als Zusatztherapie bei schwerem eosinophilem Asthma, welches trotz Kortikosteroidtherapie und einem weiteren Arzneimittel in der Erhaltungstherapie schwer zu kontrollieren ist.

Wie bei den meisten monoklonalen Antikörpern gibt es kaum Wechselwirkungen. Was hinsichtlich Kontraindikationen und Anwendungsbeschränkungen zu beachten ist entnehmen Sie der aktuellen SCHOLZ Datenbank.

Mehr Informationen zu Reslizumab und anderen Arzneistoffen sowie zur SCHOLZ Datenbank finden Sie unter www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.

NEU in der SCHOLZ Datenbank: Obeticholsäure (Ocaliva®)

Seit Mitte Januar 2017 ist das Gallensäurederivat Obeticholsäure neu in die SCHOLZ Datenbank aufgenommen worden. Obeticholsäure stellt einen selektiven Agonisten am Farnesoid X-Rezeptor (FXR) dar und senkt die Leberexposition gegenüber Gallensäuren, indem die de-Novo-Synthese hemmt und den Transport von Gallensäuren erhöht. Obeticholsäure wird in Kombination mit Ursodesoxycholsäure (UDCA) zur Therapie der primaren biliären Cholangitis bei Patienten angewendet, die UDCA alleine nicht tolerieren.

Im Bereich der Wechselwirkungen sollte v.a. auf zwei kinetische Interaktionen geachtet werden: Bei gleichzeitiger Gabe von Substanzen, die über CYP1A2 metabolisiert werden, kann es zu einer Erhöhung der Plasmaspiegel dieser Substanzen kommen. Weiterhin sollte natürlich ein Einnahmeabstand zu Gallensäure-bindenden Harzen wie z.B. Cholestyramin eingehalten werden.

Worauf im Rahmen der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) bzgl. Dosierung, Nebenwirkungen und Kontraindikationen außerdem geachtet werden muss, erfahren Sie in der SCHOLZ Datenbank.

Mehr Informationen zur SCHOLZ Datenbank finden Sie unter www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.

NEU: Die SCHOLZ Datenbank unterstützt bei der Einschätzung des Sturzrisikos

Mit einem neuen Tool der SCHOLZ Datenbank ist es möglich, das medikationsbedingte Sturzrisiko eines Patienten abzuschätzen. Neben der körperlichen Verfassung des Patienten und den Umgebungsfaktoren, ist die Medikation des Patienten die dritte Komponente, die das individuelle Sturzrisiko wesentlich beeinflussen kann. Besonders Apotheken, die Pflege- und Altenheime betreuen oder ihren Fokus auf die pharmazeutische Betreuung geriatrischer Patienten legen, können von dieser neuen Funktion der SCHOLZ Datenbank profitieren.

Bestimmte Nebenwirkungen wie z.B. Schwindel oder Koordinationsstörungen werden mit einer erhöhten Sturzgefahr v.a. bei älteren Menschen in Verbindung gebracht. Die SCHOLZ Datenbank stellt mit dem sog. „ADR für Sturz“ (ADR = Adverse Drug Risk) einen neuen Risikoscore zur Erkennung einer erhöhten Sturzgefahr zur Verfügung. Alle sturzbezogenen Nebenwirkungen fließen in die Berechnung dieses Risikoscores ein. Er ist unabhängig von pharmakokinetischen Einflüssen und stellt ein Maß für das pharmakodynamisch bedingte kumulierte Nebenwirkungsrisiko dar.  Dadurch hilft der  ADR bei der Einschätzung des medikationsbedingten Sturzrisikos.

Lesen Sie dazu auch folgenden Artikel aus der DAZ 27/2016:

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2016/daz-27-2016/vor-stuerzen-schuetzen

und lassen Sie sich diese neue Funktion auf der expopharm 2016 erläutern:

Stand G-19 in Halle B5

 

Mehr Informationen zur SCHOLZ Datenbank finden Sie unter www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.

Organspezifische Nebenwirkungen

Nebenwirkungsanalyse mit der SCHOLZ Datenbank – Folge 2: Organspezifische Nebenwirkungen

Die SCHOLZ Datenbank bietet eine komfortable und umfassende Nebenwirkungsanalyse und unterstützt dadurch die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS). Das Tool „Symptomatische Nebenwirkungen“ haben wir Ihnen schon im letzten Beitrag vorgestellt (http://news.eprax.de/?p=478 ). In diesem Beitrag möchten wir Ihnen nun die Funktion „Organspezifische Nebenwirkungen“ vorstellen. Nächste Woche folgt die Erklärung der Funktion „Gleiche Nebenwirkungen“.

Stellen Sie sich vor:

Ein Augenarzt ruft in der Apotheke an und fragt, ob die Medikamente eines bestimmten Patienten Nebenwirkungen am Auge hervorrufen können und ob Sie ihm eine Liste der relevanten Nebenwirkungen zufaxen könnten.

Bevor Sie nun die zugehörigen Fachinformationen oder Gebrauchinformationen zusammensuchen, um alle Nebenwirkungen am Auge von Hand herauszuschreiben, nutzen Sie die Funktion „Organspezifische Nebenwirkungen“ der SCHOLZ Datenbank. Mit dieser Suchfunktion finden Sie in kürzester Zeit alle Nebenwirkungen der Gesamtmedikation, die das Auge betreffen. Sie können die Liste ausdrucken und dem Arzt sofort zufaxen. So haben Sie die Anfrage in wenigen Minuten bearbeitet.

Auch hier erhalten Sie gleichzeitig Informationen über die Relevanz (Gefährlichkeit) und Häufigkeit der jeweiligen Nebenwirkung in einer übersichtlichen, tabellarischen Darstellung. Weiterhin gibt die Tabelle Ihnen einen Hinweis darauf, ob die Nebenwirkung zeit- oder dosisabhängig ist.

Sie können auch nach Nebenwirkungen an beliebigen anderen Organen des Körpers suchen wie z.B. Nebenwirkungen an Herz, Leber, Niere, Magen, Lunge etc. Außerdem ist es möglich, Nebenwirkungen für bestimmte organübergreifende Systeme im Körper zu suchen wie z.B. Nebenwirkungen, die den Bewegungsapparat oder den Stoffwechsel betreffen. Auch zu bestimmten Themenbereichen wie z.B. Immunsuppression können Nebenwirkungslisten zusammengestellt werden.

Mehr Information zum Nebenwirkungsanalyse und weiteren praktischen Funktionen der SCHOLZ Datenbank finden Sie via www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.

Symptomatische Nebenwirkungen

Nebenwirkungsanalyse mit der SCHOLZ Datenbank – Folge 1: Symptomatische Nebenwirkungen

Die SCHOLZ Datenbank bietet eine komfortable und umfassende Nebenwirkungsanalyse und unterstützt dadurch die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS). Die verschiedenen Möglichkeiten der Nebenwirkungsanalyse möchten wir Ihnen in diesen und in den zwei kommenden Beiträgen vorstellen.

Stellen Sie sich vor:

Ein Patient kommt in die Apotheke und klagt über Haarausfall. Er fragt Sie als Apotheker, ob das von seinen Medikamenten kommen kann.

Bevor Sie nun die zugehörigen Fachinformationen nach dieser Nebenwirkung absuchen, was bei 5 Medikamenten schon einige Zeit in Anspruch nehmen kann, nutzen Sie die Funktion „symptomatische Nebenwirkungen“ der SCHOLZ Datenbank. Mit dieser Suchfunktion finden Sie in finden Sie in Sekundenschnelle heraus, ob dieses Symptom tatsächlich durch seine Medikation kommen kann und wenn ja, welches Medikament dafür verantwortlich ist.

Gleichzeitig erhalten Sie auch Informationen über die Relevanz (Gefährlichkeit) und Häufigkeit der Nebenwirkung in der übersichtlichen, tabellarischen Darstellung. Weiterhin gibt die Tabelle Ihnen einen Hinweis darauf, ob die Nebenwirkung zeit- oder dosisabhängig ist.

Diese Funktion kann Ihnen auch aufzeigen, ob eine Diagnose, die der Arzt gestellt hat und die evtl. sogar mit einem Medikament therapiert wird, möglicherweise eine Nebenwirkung eines anderen Medikamentes sein könnte. Dies kann z.B. in einer umfangreichen Medikationsanalyse für Ihre Kunden sehr hilfreich sein.

Mehr Information zur Nebenwirkungsanalyse und weiteren praktischen Funktionen der SCHOLZ Datenbank finden Sie via www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.

 

Neu in der SCHOLZ Datenbank: Das Antiepileptikum Brivaracetam

Mit Brivaracetam (Briviact®) kommt im Februar ein neues Antiepileptikum in den Handel. Wie sein chemischer Verwandter Levetiracetam ist Brivaracetam ein Ligand am synaptischen Vesikelprotein 2A (SV2A). Brivaracetam weist eine höhere Affinität zu SV2A auf als Levetiracetam. SV2A moduliert u.a. die Freisetzung von Neurotransmittern wie z.B. GABA. Die genaue Rolle dieses Proteins muss allerdings noch geklärt werden. Weiterhin kann auch eine Hemmung von Natriumkanälen zur Bindung beitragen.

Unter Gesichtspunkten der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) sollte beachtet werden, dass Alkohol die Wirkung von Brivaracetam auf Psychomotorik, Aufmerksamkeit und Gedächtnis verdoppeln kann.

Das Risiko von kinetischen Interaktionen ist generell eher gering. Brivaracetam wird hauptsächlich durch CYP-unbhängige Hydrolyse metabolisiert und nur zu einem geringeren Anteil über eine CYP2C19-abhängige Hydroxylierung. Somit ist eine Interaktion mit CYP2C19-Inhibitoren oder -Induktoren möglich, aber das Ausmaß der Interaktion wird in den meisten Fällen als klinisch nicht relevant betrachtet. Lediglich mit den starken CYP-Induktoren Rifampicin und Johanniskraut ist Vorsicht geboten. Starke CYP2C19-Inhibitoren wie z.B. Fluconazol und Fluvoxamin können den Plasmaspiegel von Brivaracetam erhöhen. Weiterhin ist Vorsicht geboten bei gleichzeitiger Gabe von CYP2B6- oder OAT3-Substraten mit geringer therapeutischer Breite.

Mehr Information zu diesen und anderen Wechselwirkungen, Nebenwirkungen oder Kontraindikationen dieses Arzneimittels finden Sie in der SCHOLZ Datenbank via www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.

 

[1] Brivaracetam (UCB 34714); von Rosenstiel; Neurotherapeutics.2007; Jan;4(1):84-7.

[2] Profile of brivaracetam and its potential in the treatment of epilepsy. Ferlazzo et al.; Neuropsychiatr. Dis Treat. 2015 Nov 30;11: 2967-73.

[3] Fachinformation Briviact®, 2016