Neu in der SCHOLZ Datenbank: Das Antiepileptikum Brivaracetam

Mit Brivaracetam (Briviact®) kommt im Februar ein neues Antiepileptikum in den Handel. Wie sein chemischer Verwandter Levetiracetam ist Brivaracetam ein Ligand am synaptischen Vesikelprotein 2A (SV2A). Brivaracetam weist eine höhere Affinität zu SV2A auf als Levetiracetam. SV2A moduliert u.a. die Freisetzung von Neurotransmittern wie z.B. GABA. Die genaue Rolle dieses Proteins muss allerdings noch geklärt werden. Weiterhin kann auch eine Hemmung von Natriumkanälen zur Bindung beitragen.

Unter Gesichtspunkten der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) sollte beachtet werden, dass Alkohol die Wirkung von Brivaracetam auf Psychomotorik, Aufmerksamkeit und Gedächtnis verdoppeln kann.

Das Risiko von kinetischen Interaktionen ist generell eher gering. Brivaracetam wird hauptsächlich durch CYP-unbhängige Hydrolyse metabolisiert und nur zu einem geringeren Anteil über eine CYP2C19-abhängige Hydroxylierung. Somit ist eine Interaktion mit CYP2C19-Inhibitoren oder -Induktoren möglich, aber das Ausmaß der Interaktion wird in den meisten Fällen als klinisch nicht relevant betrachtet. Lediglich mit den starken CYP-Induktoren Rifampicin und Johanniskraut ist Vorsicht geboten. Starke CYP2C19-Inhibitoren wie z.B. Fluconazol und Fluvoxamin können den Plasmaspiegel von Brivaracetam erhöhen. Weiterhin ist Vorsicht geboten bei gleichzeitiger Gabe von CYP2B6- oder OAT3-Substraten mit geringer therapeutischer Breite.

Mehr Information zu diesen und anderen Wechselwirkungen, Nebenwirkungen oder Kontraindikationen dieses Arzneimittels finden Sie in der SCHOLZ Datenbank via www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.

 

[1] Brivaracetam (UCB 34714); von Rosenstiel; Neurotherapeutics.2007; Jan;4(1):84-7.

[2] Profile of brivaracetam and its potential in the treatment of epilepsy. Ferlazzo et al.; Neuropsychiatr. Dis Treat. 2015 Nov 30;11: 2967-73.

[3] Fachinformation Briviact®, 2016