Neue Wirkstoffkombinationen in der SCHOLZ Datenbank

Entresto® heißt eines von zwei neuen Kombinationspräparaten im Januar, welches die beiden Wirkstoffe Sacubitril und Valsartan enthält, und zur Behandlung der chronischen Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion eingesetzt wird. Während Valsartan bereits ein alter Bekannter ist, stellt Sacubitril einen neuen Wirkstoff (Prodrug) aus der Klasse der Neprilysin-Inhibitoren dar.

Neprilysin ist ein Enzym (Zink(II)-abhängige Metalloprotase), welches für den Abbau von zahlreichen Proteinen zuständig ist, wie z.B. für den Abbau von Endothelin und natriuretischen Peptiden. Natriuretische Peptide haben einige positive Eigenschaften auf das Herz-Kreislauf-System. So fördern sie z.B. die Vasodilatation, Natriurese und Diurese und senken die Aktivität des Sympathikus. Eine Hemmung kann also durchaus mehrere positive Wirkungen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben.

Im Bereich der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) bei diesem neuen Arzneimittel auch einige Aspekte zu beachten:

Natürlich müssen alle Wechselwirkungen, Nebenwirkungen und Kontraindikationen des bekannten Wirkstoffs Valsartan beachtet werden, wie z.B. das Risiko von Hyperkaliämien. Eine duale Blockade des RAAS-Systems (RAAS= Renin-Angiotensin-Aldosteron-System) sollte unbedingt vermieden werden.

Sowohl Valsartan als auch der aktive Metabolit von Sacubitril sind Substrate einiger organischen Anionentransportern vom Typ OATP und OAT (OATP = Organic Anion Transporting Polypeptide; OAT = Organic Anion Transporter). Valsartan ist zusätzlich noch ein Susbtrat des Efflux-Transporters MRP2 (Multidrug Resistance-Related Proteine). Mit Inhibitoren dieser Proteine ist also Vorsicht geboten.

In vitro ist Sacubitril ein Inhibitor der Anion-Transportproteine OATP1B1 und OATP1B3. Hier ist bei gleichzeitiger Gabe von OATP1B1/1B3-Substraten – wie z.B. Statinen – ebenfalls Vorsicht geboten.

Das zweite neue Kombinationspräparat (Genvoya®) ist indiziert zur Behandlung von HIV. Es enthält vier Wirkstoffe (Elvitegravir, Cobicistat, Emtricitabin und Tenofovir), die aber alle schon länger im Markt sind. Somit wird dieses hier nicht näher beschrieben.

 

Mehr Information zu diesen und anderen Arzneimittelrisiken finden Sie in der SCHOLZ Datenbank via www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.