Neu in der SCHOLZ Datenbank: Nivolumab – ein kurzer Überblick über Interaktionen und Nebenwirkungen

Nivolumab ist im Juli unter dem Handelnamen OPDIVO® in den Handel gekommen. Es ist ein neuer monoklonaler Antikörper, der zur Behandlung des fortgeschrittenen Melanoms eingesetzt wird. Mittlerweile erhielt Nivolumab auch die Zulassung zur Behandlung von Lungenkrebs.

 Nivolumab wirkt, indem es an den PD-1-Rezeptor auf T-Zellen bindet und die Bindung der natürlichen Liganden PD-L1 und PD-L2 verhindert. PD-L1 und PD-L2 werden von antigenpräsentierenden Zellen oder Tumorzellen exprimiert und hemmen die T-Zellproliferation. Durch die Verhinderung der Bindung von PD-L1 und PD-L2 an den PD-1-Rezeptor wird letztendlich die T-Zellreaktion einschließlich der Tumorabwehr verstärkt.

Unter Gesichtspunkten der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) muss unter einer Nivolumab-Therapie vor allem das Risiko immunvermittelter schwerer Nebenwirkungen wie z.B. immunvermittelte Pneumonitis, Hepatitis oder Nephrits berücksichtigt werden. Diese müssen sofort – z.B. mit einer systemische Glucocorticoid-Therapie – behandelt werden. Für die Dauer der Therapie wird die Behandlung mit Nivolumab ausgesetzt. Sie kann nach Ausschleichen der Corticoid-Therapie weitergeführt werden. Nur bei sehr starken Ausprägungen dieser immunvermittelten Nebenwirkungen sollte Nivolumab abgesetzt werden.

Bei Kombination von Nivolumab mit Immunsuppressiva oder mit systemischen Glucocorticoiden in immunsuppressiver Dosierung kann die Wirkung von Nivolumab möglicherweise abgeschwächt werden. Das Risiko für eine Wirkungsminderung ist am größten, wenn schon vor der Nivolumab-Therapie eine immunsuppressive Therapie vorgenommen wurde.

 

Mehr Information zu diesen und anderen Arzneimittelrisiken finden Sie in der SCHOLZ Datenbank via www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.