Neue Wirkstoffkombination: Ezetimib/Atorvastatin

Im März 2015 kommt mit Atozet® ein neues Kombinationsarzneimittel auf den deutschen Arzneimittelmarkt, welches eine Kombination aus Atorvastatin und Ezetimib (Atozet®) enthält. Es soll zur Behandlung der Hypercholesterinämie bei Patienten eingesetzt werden, die nicht ausreichend mit einer Statin-Monotherapie behandelt werden können. Für Atorvastatin wurde eine Reduktion der Häufigkeit kardiovaskulärer Ereignisse nachgewiesen. Dieser Nachweis wurde allerdings bisher weder für Ezetimib noch für das Kombinationspräparat Atorvastatin/Ezetimib erbracht. Der tatsächliche Nachweis eines therapeutischen Nutzens bleibt also abzuwarten. Eine signifikant stärkere Senkung von Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, Apolipoprotein B und Triglyceriden durch das Kombinationspräparat Atorvastatin/Ezetimib im Vergleich zu Atorvastatin alleine konnte allerdings nachgewiesen werden. Seit längerer Zeit gibt es bereits ein Arzneimittel in dem Ezetimib mit Simvastatin kombiniert wird.

Was ist im Bereich der Arzneimitteltherapiesicherheit bei dieser Wirkstoffkombination zu beachten?

Zwischen Atorvastatin und Ezetimib bestehen keine Interaktionen auf pharmakokinetischer Ebene. Allerdings wird die gleichzeitige Anwendung von Ezetimib und Atorvastatin mit dem Auftreten von muskulären Erscheinungen wie z.B. Myopathien in Verbindung gebracht. Einzelfallberichte sind bekannt.

Myalgien, Myopathien und Rhabdomyolysen sind Nebenwirkungen, die sowohl bei Statinen, als auch bei Ezetimib auftreten können. Daher kann das Risiko für derartige Erscheinungen bei Kombination dieser Wirkstoffe erhöht sein.

Somit sollte diese Wirkstoffkombination nur mit größter Vorsicht bei Patienten verordnet werden, die Risikofaktoren für eine Rhabdomyolyse aufweisen, wie z.B. eine eingeschränkte Nierenfunktion, Lebererkrankungen, Muskelerkrankungen oder ein Alter von mehr als 70 Jahren. Weiterhin sollte der Patient über Warnsignale einer Myopathie bzw. Rhabdomyolyse aufgeklärt werden, wie z.B. Muskelschmerzen und Muskelkrämpfe einhergehend mit Unwohlsein und Fieber. Leberfunktionstests sind ebenfalls vor der Therapie und in regelmäßigen Abständen während der Therapie durchzuführen.

Weiterhin sind natürlich Wechselwirkungen beider Wirkstoffe mit anderen Arzneimitteln zu beachten, die wir in unserem nächsten Eintrag näher beleuchten wollen.

Mehr Information zu diesen und anderen Wechselwirkungen finden Sie in der SCHOLZ Datenbank via www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.