Zwei neue Virustatika: Mehrere Wirkstoffe mit hohem Interaktionsrisiko – Dasabuvir-Interaktionen näher beleuchtet

Mit Viekirax® (Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir) und Exviera® (Dasabuvir) kommen im Februar zwei neue Arzneimittel zur Behandlung der chronischen Hepatitis C auf den deutschen Arzneimittelmarkt. Je nach Genotyp und Zirrhose-Status des Patienten wird Viekirax® mit Exviera® und/oder Ribavirin kombiniert angewendet.

Die Zahl der möglichen Interaktionen bei so einer Kombinationstherapie ist hoch. Die vielfältigen Wechselwirkungen sollten im Rahmen der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) sorgfältig bedacht werden.

Die involvierten Wirkstoffe beeinflussen jeweils mehrere Transportproteine wie z.B. den Efflux-Transporter P-Glycoprotein (P-gp), das Breast Cancer Resistance Protein (BCRP) oder die hepatischen Anionentransporter vom Typ OAPT1B sowie Enzyme des Cytochrom P450-Systems. Hinzu kommt, dass sie selbst Substrate des Cytochrom P450-Systems und einiger Transportproteine sind.

Der bereits seit langem bekannte Wirkstoff Ritonavir ist ein starker Cytochrom P-450-Inhibitor/Induktor, P-Glycoprotein- sowie BCRP (Breast Cancer Resisctance Protein)-Inhibitor und ist für eine Vielzahl der Interaktionen verantwortlich.

Der neue Wirkstoff Dasabuvir wird hauptsächlich über das Enzym CYP2C8 und in geringerem Ausmaß über das Enzym CYP3A4 metabolisiert. Mit Inhibitoren sowie mit Induktoren dieser CYP-Enzyme ist Vorsicht geboten. Enzyminduktoren wie Carbamazepin können die Wirksamkeit von Dasabuvir gefährden, während Inhibitoren von CYP2C8 wie z.B. Gemfibrozil das Risiko für Nebenwirkungen von Dasabuvir erhöhen können.

Dasabuvir selbst ist ein Inhibitor der UDP-Glucuronosyltransferase 1A1 (UGT) und der Transportproteine BCRP- und P-gp. Dadurch können zum Beispiel die Plasmaspiegel von Substanzen wie Furosemid (UGT-Substrat), Imatinib (BCRP-Substrat) oder Digoxin (P-gp-Substrat) beeinflusst werden. Dies kann eine klinische Überwachung des Patienten oder Dosisanpassungen erfordern.

Im nächsten Blog lesen Sie etwas zu den weiteren zwei neuen Wirkstoffen dieser Präparate Ombitasvir und Paritaprevir.