Wechselwirkungen mit Augenarzneimitteln

Wechselwirkungen mit lokal am Auge angewendeten Arzneimitteln sind zwar unwahrscheinlicher als Wechselwirkungen zwischen systemisch wirksamen Arzneimitteln, spielen aber durchaus eine Rolle. Die SCHOLZ Datenbank zeigt alle Wechselwirkungen mit Angabe ihrer Relevanz und Häufigkeit in Abhängigkeit von Dosis und Applikationsweg an.

Viele ältere Menschen bekommen neben zahlreichen Tabletten zusätzlich Augenarzneimittel und sollten von ihrem Arzt oder in der Apotheke ausführlich zur richtigen Anwendung beraten werden, um die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) der Patienten zu erhöhen.

Zu Interaktionen mit Augenarzneimitteln oder systemischen Nebenwirkungen durch Augenarzneimittel kann es vor allem bei falscher Handhabung und Überdosierung von Augentropfen kommen.

Bei manchen Augentropfen sollte der Patient beispielsweise den Tränenkanal nach der Anwendung für 1-2 min abdrücken, damit der Wirkstoff nicht über den Tränennasengang (Ductus nasolacrimalis) in den systemischen Kreislauf gelangt. Durch lokale Überdosierungen ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass es zu einer systemischen Wirkung kommt und das Interaktionsrisiko steigt.

Auch bei Anwendung mehrerer Augenarzneimittel gleichzeitig kann es zu lokalen Wechselwirkungen kommen. Grundsätzlich sollte immer ein Mindestabstand von 10 min zwischen der Anwendung von zwei Augenarzneimitteln gehalten werden.