Diskussionsthema: Freigabe der „Pille danach“

Die Scholz Datenbank hilft auch, hier wichtige Interaktionen, Nebenwirkungen und Kontraindikationen zu identifizieren und Risiken zu minimieren.

Ein in den letzten Tagen heiß diskutiertes Thema: Die EU-Komission entlässt das Notfallkontrazeptivum ellaOne® (Wirkstoff: Ulipristalacetat) aus der Rezeptpflicht. In Deutschland sind Arzneimittel-Verschreibungsverordnung und Packungskennzeichnung bisher noch nicht angepasst worden und eine Abgabe ohne Rezept ist daher noch nicht möglich.

Das zweite im Handel befindliche orale Notfallkontrazeptivum PiDaNa® (Wirkstoff: Levonorgestrel), welches allerdings eine nationale Zulassung besitzt, soll ebenfalls durch eine Änderung der Arzneimittel-Verschreibungsverordnung aus der Verschreibungspflicht entlassen werden.

Ob rezeptpflichtig oder nicht: Jeder Arzt und jeder Apotheker sollte über die Risiken bei der Einnahme der oralen Notfallkontrazeptiva Bescheid wissen. Dazu gehören neben Kontraindikationen und Nebenwirkungen auch mögliche Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln.
Näher beleuchtet: Wichtige Wechselwirkungen von Ulipristalacetat (ellaOne®)

In vitro wurde Ulipristalacetat als Substrat von CYP3A4 identifiziert. Auch in vivo wurden bei gleichzeitiger Anwendung starker CYP3A4-Inhibitoren Anstiege des Ulipristal-Plasmaspiegels beobachtet, allerdings ohne klinisch relevante Auswirkungen.

Die gleichzeitige Anwendung von CYP3A4-Induktoren, hierzu zählt auch die Langzeittherapie mit Ritonavir, wird nicht empfohlen, da CYP3A4-Induktoren den Plasmaspiegel von Ulipristalacetat so stark herabsetzen können, dass die Wirksamkeit beeinträchtigt wird.

Zu beachten ist weiterhin, dass Ulipristalacetat als selektiver Progesteronrezeptor-Modulator die Wirkung gestagenhaltiger Kontrazeptiva vermindern kann.