Archiv für den Monat: November 2017

NEU in der SCHOLZ Datenbank: Tivozanib (Fotivda®)

Tivozanib (Fotivda®) ist indiziert zur Erstlinientherapie bei Erwachsenen mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom. Es wirkt über eine Hemmung der VEGF-Rezeptor-Tyrosinkinase, wodurch die Angiogenese unterdrückt wird.

Was ist im Rahmen der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) zu beachten?

Ein Behandlungszyklus mit Tivozanib entspricht einer 21-tägigen Einnahme von einer Kapsel Tivozanib (1340 mg) täglich mit einer 7-tägigen Einnahmepause im Anschluss. Es gibt keine konkreten Empfehlungen zu Dosisanpassungen bei Niereninsuffizienz, allerdings ist bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz und Dialysepatienten Vorsicht angebracht. Bei schwerer Leberfunktionsstörung sollte nur alle 2 Tage 1 Kapsel mit 1340 mg Tivozanib eingenommen werden. Außerdem sind Dosisreduktionen beim Auftreten schwerer Nebenwirkungen vorzunehmen. Dazu ist auch 1 Kapsel mit 890 mg Tivozanib m Handel.

Sehr häufige Nebenwirkungen sind Hypertonie, Appetitminderung und Gewichtsverlust, Atembeschwerden, (Rücken)schmerzen sowie das Hand-Fuß-Syndrom. Häufig traten in Studien auch thromboembolische Ereignisse, erhöhte Leberenzymwerte und Proteinurie  auf.

Darüber hinaus hat Tivozanib das Potential das QT-Intervall zu verlängern. Hier sollten weitere Risikofaktoren des Patienten berücksichtigt werden und entsprechende Vorkehrungen getroffen werden. Eine Therapie mit starken CYP3A4-Induktoren sollte während der Tivozanib-Therapie vermieden werden; Johanniskrautpräparate sind kontraindiziert.

Mehr Informationen zu Arzneimittelrisiken von Tivozanib und anderen Wirkstoffen finden Sie in der SCHOLZ Datenbank. Informieren Sie sich unter www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de und fordern Sie eine kostenlose Demo-Version an.

Rote Hand Brief zu Fingolimod (Gilenya®)

Fingolimod (Gilenya®), was zur Behandlung bestimmter Formen hochaktiver schubförmig-remittierend verlaufender Multipler Sklerose bei erwachsenen Patienten eingesetzt wird, ist bereits bekannt für sein Risiko schwerwiegender Herzrhythmusstörungen auszulösen.

Trotzdem wurden Fälle von schwerwiegenden Arrhythmien bis hin zu Todesfällen festgestellt. Deshalb wurden nun die Kontraindikationen bei bestehenden kardialen Erkrankungen wurden erweitert.

Absolut kontraindiziert ist Fingolimod nun bei Patienten mit

  • schweren Herzrhythmusstörungen, die Antiarrhythmika aus der Klasse Ia oder III erhalten,
  • Patienten mit Myokardinfarkt, Schlaganfall, TIA (transitorisch ischämische Attacke) bestimmten Formen der Herzinsuffizienz und Angina pectoris,
  • einem QT-Intervall >500 ms
  • AV-Block Grad 2,3 sowie Sick-Sinus Symdrom bei Patienten ohne Herzschrittmachen

Dies sollten sowohl Ärzte als auch Apotheker im Rahmen der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) bei Verordnung und Medikationsanalysen unbedingt berücksichtigen. Die Informationen finden Sie selbstverständlich ab dem nächsten Update am 15.11 in der SCHOLZ Datenbank.

Quelle: Rote Hand Brief zu Fingolimod (Gilenya®), Novartis, 06.11.2017, Zur Ansticht hinterlegt bei der Arzneimittelkomission der deutschen Ärzteschaft: https://www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/RHB/Archiv/2017/20171106.pdf