Archiv für den Monat: Dezember 2016

Jahresrückblick 2016 – Messen, Neuentwicklungen und Publikationen

Kurz vor Beginn des Jahres 2017 wollen wir das ereignisreiche Jahr 2016 noch mal Revue passieren lassen.

Die ePrax AG unterstützte sowohl im Januar als auch im Juni das Pharmschool-Symposium der Universität Münster mit einer Spende und präsentierte dort die SCHOLZ Datenbank.

Außerdem war die ePrax AG auf den beiden großen deutschen pharmazeutischen Messen, der Interpharm im März 2016 und der expopharm im Oktober 2016, vertreten. Nachdem die ePrax AG seit diesem Jahr zur Mediengruppe des Deutschen Apotheker Verlags gehört, wurde die SCHOLZ Datenbank am Stand des Deutschen Apotheker Verlags vorgestellt.

Weiterhin wurden einige Publikationen in pharmazeutischen Zeitschriften veröffentlicht. Bereits im Februar erschien ein Artikel über den Einsatz der SCHOLZ Datenbank als „elektronischer Helfer“ in der Apotheke [1]. Weiterhin wurde ein Artikel über die Neuentwicklung eines Risikoscores, den sog. „ADR (Adverse Drug Risk) bei Sturzgefahr“ [2], sowie zwei Artikel zum neuen MDDI Calculator (Multi Drug Drug Interactions) [3,4] im Laufe des Jahres veröffentlicht.

Nun wünschen wir allen einen guten Rutsch ins neue Jahr 2017!

Mehr Information zur SCHOLZ Datenbank via www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.

[1] Brune, S: Medikationsanalyse leicht gemacht – Wie die SCHOLZ-Datenbank die Risikoanalyse unterstützt; Deutsche Apotheker Zeitung 2016; 8: 66-68

[2] Scholz WU, Brune S: Vor Stürzen Schützen – Sturzprophylaxe mit der SCHOLZ Datenbank; Deutsche Apotheker Zeitung; 2016; 27: 52-59

[3] Scholz WU: Zur Pharmakokinetik von Arzneimitteln bei multiplen Interaktionen – Theoretische Überlegungen und praktische Umsetzung; Krankenhauspharmazie 2016;37:497–505.

[4] Scholz WU, Brune S: Schwere Rhabdomyolyse bei Kombination von Simvastatin mit Amlodipin und Ciprofloxacin – Interpretation eines Fallberichtes mit einer Interaktionssoftware; Arzneimitteltherapie 2016;34: Supplement 1

 

Neue Wirkstoffe in der SCHOLZ Datenbank: Grazoprevir und Elbasvir

Die neuen Wirkstoffe Grazoprevir und Elbasvir werden in einem Kombinationsarzneimittel (Zepatier®) zur Therapie der chronischen Hepatitis C eingesetzt. Grazoprevir ist ein Inhibitor der HCVNS3/4A-Protease, während Elbasvir ein Inhibitor des Proteins HCV-NS5A ist, welches für die Replikation der viralen RNA und den Aufbau des Virions verantwortlich ist.

Im Bereich der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) ist an folgende pharmakokinetische Wechselwirkungen zu denken:

Grazoprevir und Elbasvir werden hauptsächlich über CYP3A4 metabolisiert und sind Substrate des Efflux-Transporters P-gp. Dementsprechend kann es mit starken CYP3A4- und/oder P-gp-Inhibitoren sowie –Induktoren zu Wechselwirkungen kommen. Außerdem haben die Wirkstoffe inhibitorisches Potential an einigen Transportproteinen und Grazoprevir ist ein schwacher Inhibitor von CYP3A4.

Mehr Informationen zu Grazoprevir und Elbasvir und damit verbundenen Arzneimittelrisiken finden Sie in der SCHOLZ Datenbank finden Sie via www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.

Theorie und praktische Umsetzung dieser innovativen Entwicklung der SCHOLZ Datenbank in der Novemberausgabe der Krankenhauspharmazie publiziert

Mit dem Beitrag „Zur Pharmakokinetik von Arzneimitteln bei multiplen Interaktionen – Theoretische Überlegungen und praktische Umsetzung“, wird eine allgemeinere Theorie der Arzneimittelinteraktionen von Apotheker Wolfgang U. Scholz, Initiator der SCHOLZ Datenbank, vorgestellt.

Dabei wird die traditionelle Pärchenanalyse von Arzneistoffen durch ein Modell ersetzt, das die Beeinflussung eines Arzneimittels durch alle übrigen Arzneimittel einer Polypharmazie qualitativ und quantitativ darstellt. Dieses Modell betrachtet Interaktionen als „multi(ple) drug drug interactions“ (MDDI), deren Folgen aus dem Zusamenspiel der kinetischen Eigenschaften sämtlicher involvierten Arzneimittel abgeleitet werden, inklusive der Berechnung von Schätzwerten für AUC-Veränderungen und Dosisanpassungen. Die stringente Verzahnung mit der Pharmakodynamik erfolgt durch konsekutive Analyse potentieller Verstärkung und Kumulation von Nebenwirkungen. So werden mögliche klinische Folgen kinetischer Interaktionen auch bei komplexen Szenarien der Polypharmazie in Sekundenschnelle überschaubar. Die Umsetzung des Modells zur praktischen Nutzung wurde mit der Software- und Datenbankentwicklung des MDDI Calculator der SCHOLZ Datenbank realisiert. Kalibrierung und Validierung des MDDI Calculators ergaben eine gute Übereinstimmung von in-vivo Messwerten aus der Literatur und berechneten AUC-Werten. Die zunehmende Literatur über multiple Interaktionen und eine Verordnungswelt, die von extensiver Polypharmazie geprägt wird, unterstreichen die Notwendigkeit, im Interesse eines besseren Interaktionsverständnisses das Pärchenmodell durch einen allgemeineren Ansatz zu ersetzen. Die Hypothese, dass der positive prädiktive Wert von Interaktionswarnhinweisen und damit die Performance bei der Arzneimittel-TherapieSicherheit (AMTS) durch Einsatz von „multi drug drug interaction“-basierten Softwaresystemen verbessert werden, ist berechtigt. Mehr klinisch-pharmakologische und epidemiologische Forschung zu diesem Thema ist angezeigt.

Lesen Sie die vollständige Originalarbeit hier:

Wolfgang U. Scholz: Zur Pharmakokinetik von Arzneimitteln bei multiplen Interaktionen – Theoretische Überlegungen und praktische Umsetzung; Krankenhauspharmazie 2016;37:497–505.

Für weitere Informationen dazu schreiben Sie bitte an medwiss@eprax.de.