Archiv für den Monat: März 2016

Update zur Interaktion zwischen Clindamycin und Rifampicin

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Arzneimitteltherapie (2016;34;84-6) wird über eine potentielle Wechselwirkung zwischen Clindamycin und Rifampicin berichtet, die in wenigen Interaktionsdatenbanken zu finden ist. In der SCHOLZ Datenbank wurde bereits vor dem Artikel auf das Thema hingewiesen. Dank des Artikels konnte die Risikoeinstufung noch optimiert werden.

Das Antibiotikum Rifampicin ist bekanntlich ein starker Induktor diverser Cytochrom P450 Enzyme, unter anderem von CYP3A4. Nicht so bekannt hingegen ist, dass das Antibiotikum Clindamycin über CYP3A4 verstoffwechselt wird. Die beiden Antibiotika werden z.B. bei Knochen- und Weichteilinfektionen kombiniert.

In klinischen Studien konnte nachgewiesen werden, dass die Plasmaspiegel von Clindamycin bei gleichzeitiger Rifampicin-Therapie deutlich vermindert waren. Es wurde weiterhin festgestellt, dass sich bei oraler Gabe eine stärkere Verminderung der Plasmaspiegel zeigte als bei intravenöser Gabe. Bei oraler Applikation von Clindamycin wurden Clindamycin-Konzentrationen unter der minimalen Hemm-Konzentration (MHK) dieses Antibiotikums gemessen.

Der zusammenfassende Bericht in der Zeitschrift Arzneimitteltherapie führte zu einer neuen Einstufung dieser Interaktion in der SCHOLZ Datenbank und zwar mit der Klassifizierung “bedeutsam/wahrscheinlich” bei oral verabreichtem und “bedeutsam/möglich” bei parenteral verabreichtem Clindamycin. Das heißt, dass eine klinisch relevante Minderung (“bedeutsame”)  der Clindamycin-Wirkung durch Rifampicin und seinen Induktionseffekt in Darm und Leber aufgrund der bekannten kinetischen Eigenschaften von Substrat und Induktor und der gemessenen in-vivo-Daten insbesondere bei oraler Gabe zu erwarten ist und dann ein Beitrag zur Wirksamkeit äußerst fraglich ist. Eine Dosiserhöhung bei oralem Clindamycin ist möglicherweise mit einem erhöhten gastrointestinalen Risiko verbunden (pseudomembranöse Colitis), so dass die parenterale Applikation ggf. vorzuziehen ist.

Mehr Information zu dieser Wechselwirkung und anderen Arzneimittelrisiken in der SCHOLZ Datenbank finden Sie via www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.

Vertrieb der SCHOLZ Datenbank beim Deutschen Apotheker Verlag gestartet

Pressemeldung der ePrax AG

München/Stuttgart, 17.03.2016

 Die ePrax AG, München, und der Deutsche Apotheker Verlag (DAV), Stuttgart, haben einen langfristigen Vertriebsvertrag geschlossen, in dem  der Vertrieb der SCHOLZ Datenbank durch den Deutschen Apotheker Verlag vereinbart worden ist. Der Deutsche Apotheker Verlag wird damit exklusiver Anbieter der SCHOLZ Datenbank im Markt der öffentlichen Apotheken und der Krankenhausapotheken im deutschsprachigen Raum. Darüber hinaus wird der Deutsche Apotheker Verlag die SCHOLZ Datenbank auch im Klinik- und Universitätsbereich sowie an Ärzte vertreiben. Unabhängig davon besteht die Vertriebsvereinbarung der ePrax AG mit der LINDA AG, Köln, die die Ausstattung von LINDA- und MVDA-Apotheken betrifft.

Der Deutsche Apotheker Verlag startet den Vertrieb der SCHOLZ Datenbank zur diesjährigen INTERPHARM. Die von dem Deutschen Apotheker Verlag veranstaltete größte pharmazeutische Fortbildungsveranstaltung für ApothekerInnen und PTAs findet in Berlin am 18./19. März 2016 statt. Interessierten Interpharm-Besuchern wird die  SCHOLZ Datenbank auf dem Ausstellungsstand F7 in Ebene 2 – Halle B gerne vorgestellt.

Die SCHOLZ Datenbank wird in drei modular aufgebauten Versionen angeboten, die in der ARC-Version den  ArzneimittelRisikoCheck, in der AMTS zusätzlich den Medikationsplan und in der MDDI-Version zusätzlich den neuen MDDI-Calculator enthalten, der dem Fachpublikum erstmals auf der Expopharm 2015 vorgestellt worden ist.

Damit stellt die SCHOLZ Datenbank, die über mehr als 30 Jahre von ihrem Initiator, Apotheker Wolfgang Scholz, aufgebaut worden ist, eines der führenden Expertensysteme auf dem Sektor der elektronischen Arzneimittelinformation und der ArzneimittelTherapieSicherheit AMTS dar. Der ArzneimittelRisikoCheck umfasst die Analyse von Wechselwirkungen, Nebenwirkungen, auch symptomatischer oder kumulierender Natur, Kontraindikationen aufgrund von Erkrankungen, Alter oder Risikofaktoren sowie von Allergien. Das ATC-Baum-basierte Optimierungssystem hilft effektiv und schnell, Arzneimittelrisiken durch Auswahl geeigneterer Alternativmedikationen zu vermeiden.

Die SCHOLZ Datenbank blickt auf eine langjährige Entwicklung zurück, die ihren Ursprung in der 1981 gedruckten “SCHOLZ-Liste Arzneimittelwechselwirkungen” hat. Damit zählt sie zu den ersten strukturierten Arzneimittelinformationssystemen über Wechselwirkungen weltweit. Von Anfang an war es das Ziel, Arzneimittelrisiken, insbesondere Wechselwirkungen, besonders transparent und präzise darzustellen, z.B. auch durch eine zweidimensionale Risikoklassifizierung, die einerseits die Gefährlichkeit, andererseits die Wahrscheinlichkeit eines Interaktionsproblems darstellt.

Eine herausragende Innovation stellt der MDDI-Calculator dar, der multiple Wechselwirkungen zwischen beliebig vielen Arzneimitteln qualitativ und quantitativ beschreibt. Während herkömmliche Systeme Wechselwirkungen in der Regel nur zwischen zwei Wirkstoffen, also pärchenweise betrachten, können mit dem MDDI Calculator Beeinflussungen eines Arzneimittels durch beliebig viele andere Arzneimittel und „multiple” Interaktionsmechanismen („Multi Drug Drug Interactions“) in Sekundenschnelle qualitativ und quantitativ untersucht werden. Der MDDI Calculator lässt mit einem einzigen Klick und auf einen Blick anhand einer übersichtlichen Tabelle erkennen, wie zum Beispiel die Dosisanpassung von Warfarin aussehen könnte, wenn es gleichzeitig mit Fluconazol, Ciprofloxacin und Omeprazol kombiniert wird. So schafft der MDDI Calculator mehr Transparenz und minimiert die mühsame und zugleich zeitaufwendige Arbeit, die Risiken multipler Interaktionen richtig zu deuten und sie in ihrer gesamten Wertigkeit für ein betroffenes Arzneimittel einzuschätzen.

„Die Systematik des MDDI Calculators ist ein absolutes Novum auf dem Gebiet der Wechselwirkungsanalyse. Die Entwicklung weg von der Pärchen-Analyse hin zu einer allgemeineren Theorie, die Wechselwirkungen als „Multi Drug Drug Interactions“ versteht und darüber hinaus quantitativ beschreibt, eröffnet eine völlig neue Sichtweise der Medikationsanalyse und des Verstehens der heutzutage weit verbreiteten Polypharmazie, bei der Patienten 5 und mehr, manchmal bis zu 20 Medikamente gleichzeitig verordnet bekommen“, so Apotheker Wolfgang Scholz, Vorstand der ePrax AG.

Der Deutsche Apotheker Verlag ist der größte pharmazeutische Fachverlag in Deutschland und versorgt ApothekerInnen in Ausbildung und Beruf mit wissenschaftlichen Fachinformationen. Mit langjährigem Know-how in Software und Datenbanklösungen zur Arzneimittelinformationen steht der DAV Apothekern rund um die Apothekenpraxis als Servicepartner zur Seite. Das Programm des Verlags umfasst neben elektronischen Medien  Datenbanken und Online-Portalen auch Zeitschriften, Fachbücher und wissenschaftliche Literatur.

Die ePrax AG und der Deutsche Apotheker Verlag haben sich mit der exklusiven Zusammenarbeit zum Ziel gesetzt, die SCHOLZ Datenbank als elektronisches Hilfsmittel bei der pharmazeutischen Beratung von Patient und Arzt einer breiten Anwenderschaft bei den Apothekerinnen und Apothekern im deutschsprachigen Raum zugänglich zu machen.

Weitere Informationen zur Zusammenarbeit der ePrax AG mit dem Deutschen Apotheker Verlag und der  SCHOLZ Datenbank  finden Sie auch auf der Webseite der ePrax AG,  www.eprax.de, und auf der Webseite des Deutschen Apotheker Verlags www.deutscher-apotheker-verlag.de.

Für Ihre Fragen steht Ihnen bei der ePrax AG Frau Dr. Brune unter der Tel.-Nr.: 02351/668847-88 oder per E-Mail: brune@eprax.de gerne zur Verfügung.

Für Ihre Fragen zum Bezug der SCHOLZ Datenbank steht Ihnen beim Deutschen Apotheker Verlag Frau Valeria Raseikina unter der Tel.-Nr. 0711-2582-356 oder per E-Mail: vraseikina@deutscher-apotheker-verlag.de gerne zur Verfügung.

Nur noch ein Tag bis zur Interpharm – Treffen Sie uns auf der Interpharm 2016

Am vom 18.03.2016 und 19.03.2016 findet die Interpharm in Berlin statt.

Im Rahmen des POP-Symposiums (POP = PatientenOrientierte Pharmazie) wird Apotheker Wolfgang U. Scholz, Vorstand und Initiator der SCHOLZ Datenbank, die Datenbank im Vortrag „Medikationsmanagement mit Unterstützung der SCHOLZ-Datenbank“ vorstellen. Der Vortrag findet am 18.03.2016  von 15:00 – 16:30 Uhr statt.

Gerne können Sie uns auch auf der parallelen Ausstellung zur Interpharm besuchen und sich die Datenbank vor Ort zeigen lassen.

Mehr Informationen zur SCHOLZ Datenbank finden Sie unter www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.

Gleiche Nebenwirkungen

Nebenwirkungsanalyse mit der SCHOLZ Datenbank – Folge 3: Gleiche Nebenwirkungen

Die SCHOLZ Datenbank bietet eine komfortable und umfassende Nebenwirkungsanalyse und unterstützt dadurch die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS). Im Rahmen dieser Reihe wurden bereits die Funktionen „Symptomatische Nebenwirkungen“ (http://news.eprax.de/?p=478) und „Organspezifische Nebenwirkungen“ (http://news.eprax.de/?p=483) vorgestellt. In diesem Beitrag möchten wir Ihnen die Funktion „Gleiche Nebenwirkungen“  erklären.

Diese Funktion zeigt Ihnen in übersichtlicher Art und Weise, wenn es in einer Medikation Nebenwirkungen gibt, die bei mehreren Medikamenten der Gesamtmedikation auftreten können. Solche Nebenwirkungen können theoretisch kumulieren und sich verstärken, vor allem, insbesondere wenn sie durch unterschiedliche Mechanismen zustande kommen.

Wenn z.B. ein Patient die Medikamente Amitriptylin, Oxycodon und Verapamil gleichzeitig erhält, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es bei diesem Patienten zu einer Verstopfung kommt. So etwas können Sie auf einen Blick mit Hilfe der Funktion „Gleiche Nebenwirkungen“ überblicken.

Weitere Beispiele für Nebenwirkungen, bei denen diese Funktion sehr hilfreich sein kann sind z.B. QT-Zeit-Verlängerung, Bradykardie oder Agranulocytose.

Auch hier erhalten Sie gleichzeitig Informationen über die Relevanz (Gefährlichkeit) und Häufigkeit der  jeweiligen Nebenwirkung in der übersichtlichen, tabellarischen Darstellung. Weiterhin gibt die Tabelle Ihnen einen Hinweis darauf, ob die Nebenwirkung zeit- oder dosisabhängig ist.

Mehr Information zum Nebenwirkungsanalyse und weiteren praktischen Funktionen der SCHOLZ Datenbank finden Sie via www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.

Organspezifische Nebenwirkungen

Nebenwirkungsanalyse mit der SCHOLZ Datenbank – Folge 2: Organspezifische Nebenwirkungen

Die SCHOLZ Datenbank bietet eine komfortable und umfassende Nebenwirkungsanalyse und unterstützt dadurch die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS). Das Tool „Symptomatische Nebenwirkungen“ haben wir Ihnen schon im letzten Beitrag vorgestellt (http://news.eprax.de/?p=478 ). In diesem Beitrag möchten wir Ihnen nun die Funktion „Organspezifische Nebenwirkungen“ vorstellen. Nächste Woche folgt die Erklärung der Funktion „Gleiche Nebenwirkungen“.

Stellen Sie sich vor:

Ein Augenarzt ruft in der Apotheke an und fragt, ob die Medikamente eines bestimmten Patienten Nebenwirkungen am Auge hervorrufen können und ob Sie ihm eine Liste der relevanten Nebenwirkungen zufaxen könnten.

Bevor Sie nun die zugehörigen Fachinformationen oder Gebrauchinformationen zusammensuchen, um alle Nebenwirkungen am Auge von Hand herauszuschreiben, nutzen Sie die Funktion „Organspezifische Nebenwirkungen“ der SCHOLZ Datenbank. Mit dieser Suchfunktion finden Sie in kürzester Zeit alle Nebenwirkungen der Gesamtmedikation, die das Auge betreffen. Sie können die Liste ausdrucken und dem Arzt sofort zufaxen. So haben Sie die Anfrage in wenigen Minuten bearbeitet.

Auch hier erhalten Sie gleichzeitig Informationen über die Relevanz (Gefährlichkeit) und Häufigkeit der jeweiligen Nebenwirkung in einer übersichtlichen, tabellarischen Darstellung. Weiterhin gibt die Tabelle Ihnen einen Hinweis darauf, ob die Nebenwirkung zeit- oder dosisabhängig ist.

Sie können auch nach Nebenwirkungen an beliebigen anderen Organen des Körpers suchen wie z.B. Nebenwirkungen an Herz, Leber, Niere, Magen, Lunge etc. Außerdem ist es möglich, Nebenwirkungen für bestimmte organübergreifende Systeme im Körper zu suchen wie z.B. Nebenwirkungen, die den Bewegungsapparat oder den Stoffwechsel betreffen. Auch zu bestimmten Themenbereichen wie z.B. Immunsuppression können Nebenwirkungslisten zusammengestellt werden.

Mehr Information zum Nebenwirkungsanalyse und weiteren praktischen Funktionen der SCHOLZ Datenbank finden Sie via www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.