Archiv für den Monat: Februar 2016

Symptomatische Nebenwirkungen

Nebenwirkungsanalyse mit der SCHOLZ Datenbank – Folge 1: Symptomatische Nebenwirkungen

Die SCHOLZ Datenbank bietet eine komfortable und umfassende Nebenwirkungsanalyse und unterstützt dadurch die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS). Die verschiedenen Möglichkeiten der Nebenwirkungsanalyse möchten wir Ihnen in diesen und in den zwei kommenden Beiträgen vorstellen.

Stellen Sie sich vor:

Ein Patient kommt in die Apotheke und klagt über Haarausfall. Er fragt Sie als Apotheker, ob das von seinen Medikamenten kommen kann.

Bevor Sie nun die zugehörigen Fachinformationen nach dieser Nebenwirkung absuchen, was bei 5 Medikamenten schon einige Zeit in Anspruch nehmen kann, nutzen Sie die Funktion „symptomatische Nebenwirkungen“ der SCHOLZ Datenbank. Mit dieser Suchfunktion finden Sie in finden Sie in Sekundenschnelle heraus, ob dieses Symptom tatsächlich durch seine Medikation kommen kann und wenn ja, welches Medikament dafür verantwortlich ist.

Gleichzeitig erhalten Sie auch Informationen über die Relevanz (Gefährlichkeit) und Häufigkeit der Nebenwirkung in der übersichtlichen, tabellarischen Darstellung. Weiterhin gibt die Tabelle Ihnen einen Hinweis darauf, ob die Nebenwirkung zeit- oder dosisabhängig ist.

Diese Funktion kann Ihnen auch aufzeigen, ob eine Diagnose, die der Arzt gestellt hat und die evtl. sogar mit einem Medikament therapiert wird, möglicherweise eine Nebenwirkung eines anderen Medikamentes sein könnte. Dies kann z.B. in einer umfangreichen Medikationsanalyse für Ihre Kunden sehr hilfreich sein.

Mehr Information zur Nebenwirkungsanalyse und weiteren praktischen Funktionen der SCHOLZ Datenbank finden Sie via www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.

 

Neu in der SCHOLZ Datenbank: Das Antiepileptikum Brivaracetam

Mit Brivaracetam (Briviact®) kommt im Februar ein neues Antiepileptikum in den Handel. Wie sein chemischer Verwandter Levetiracetam ist Brivaracetam ein Ligand am synaptischen Vesikelprotein 2A (SV2A). Brivaracetam weist eine höhere Affinität zu SV2A auf als Levetiracetam. SV2A moduliert u.a. die Freisetzung von Neurotransmittern wie z.B. GABA. Die genaue Rolle dieses Proteins muss allerdings noch geklärt werden. Weiterhin kann auch eine Hemmung von Natriumkanälen zur Bindung beitragen.

Unter Gesichtspunkten der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) sollte beachtet werden, dass Alkohol die Wirkung von Brivaracetam auf Psychomotorik, Aufmerksamkeit und Gedächtnis verdoppeln kann.

Das Risiko von kinetischen Interaktionen ist generell eher gering. Brivaracetam wird hauptsächlich durch CYP-unbhängige Hydrolyse metabolisiert und nur zu einem geringeren Anteil über eine CYP2C19-abhängige Hydroxylierung. Somit ist eine Interaktion mit CYP2C19-Inhibitoren oder -Induktoren möglich, aber das Ausmaß der Interaktion wird in den meisten Fällen als klinisch nicht relevant betrachtet. Lediglich mit den starken CYP-Induktoren Rifampicin und Johanniskraut ist Vorsicht geboten. Starke CYP2C19-Inhibitoren wie z.B. Fluconazol und Fluvoxamin können den Plasmaspiegel von Brivaracetam erhöhen. Weiterhin ist Vorsicht geboten bei gleichzeitiger Gabe von CYP2B6- oder OAT3-Substraten mit geringer therapeutischer Breite.

Mehr Information zu diesen und anderen Wechselwirkungen, Nebenwirkungen oder Kontraindikationen dieses Arzneimittels finden Sie in der SCHOLZ Datenbank via www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.

 

[1] Brivaracetam (UCB 34714); von Rosenstiel; Neurotherapeutics.2007; Jan;4(1):84-7.

[2] Profile of brivaracetam and its potential in the treatment of epilepsy. Ferlazzo et al.; Neuropsychiatr. Dis Treat. 2015 Nov 30;11: 2967-73.

[3] Fachinformation Briviact®, 2016

Validierung des MDDI Calculators bei multiplen Interaktionen

Die Publikationen über in-vivo-Studien zu pharmakokinetischen Interaktionen konzentrieren sich auf die Betrachtung von Arzneimittel-Pärchen wie zum Beispiel Simvastatin als CYP3A4-Substrat und Clarithromycin als CYP3A4-Inhibitor. Insofern lag der Fokus der Validierungsarbeiten für den MDDI Calculator bisher darauf, die Berechnungsergebnisse für die Veränderung der AUC und daraus ableitbarer Schätzungen für eine Dosisanpassung mit ca. 160 solcher Arzneimittelkombinationen und ihren in-vivo gemessenen AUC-Werten bei Interaktion zu vergleichen.

In-vivo-Studien mit 3 oder gar 4 Arzneimitteln mit der Zielsetzung, die Veränderung eines dieser Arzneimittel durch die 2 oder 3 übrigen zu ermitteln, sind selten. Dabei ist von besonderem Interesse, wenn das betroffene Arzneimittel bei mehreren Transport- oder Metabolisierungsprozessen im Sinne multipler Interaktionen beeinflusst wird.

Niemi et al. [1] berichteten schon 2003 über den Einfluss von Gemfibrozil und/oder Itraconazol allein oder in Kombination auf die AUC von Repaglinid. In einer randomisierten, placebo-kontrollierten cross-over Studie wurde festgestellt, dass Itraconazol allein die AUC von Repaglinid geringfügig auf das 1,4-fache erhöht. Als Ursache dafür wird die starke Hemmung des allerdings untergeordneten Abbauwegs über CYP3A4 angenommen. Gemfibrozil allein ließ die AUC von Repaglinid erheblich auf das 8,1-fache ansteigen. Als Ursache dafür wird die starke Hemmung des wesentlichen Abbauwegs über CYP2C8 angenommen.

Die Kombination von Gemfibrozil und Itraconazol führte demgegenüber zu einem drastischen Anstieg der AUC auf das 19,4-fache. Es ist anzunehmen, dass Gemfibrozil über die Hemmung von OATP1B1 im Darm die Bioverfügbarkeit von Repaglinid starkt erhöht. Dafür sprechen auch die zeitweilig bis zum 70-fachen erhöhten Plasmakonzentrationen. In einer anderen in-vivo-Studie aus dem Jahr 2005 konnte die Arbeitsgruppe um Niemi [2] ähnliche Effekte von Itraconazol und Gemfibrozil allein und in Kombination auf die AUC von Loperamid messen, wobei bei dieser Interaktion die Hemmung des P-gp neben CYP3A4 und CYP2C8 eine wichtige Rolle spielen soll.

Die Simulation dieser in-vivo-Szenarien mit dem MDDI Calculator ergab exzellente Übereinstimmung, sowohl was die AUC-Entwicklung bei 2-Arzneistoff- als auch 3-Arzneistoff-Interaktion anbelangt, wobei die erwarteten Werte weniger als 5% von den gemessenen in-vivo Werten abweichen.

 

Mehr Information zum neuen MDDI Calculator der SCHOLZ Datenbank finden Sie via www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.

 

1) Effects of gemfibrozil, itraconazole, and their combination on the pharmacokinetics and Pharmacodynamics of repaglinide: potentially hazardous interaction between Gemfibrozil and repaglinide; Niemi et al.; Diabetologia (2003) 46:347–35

2) Itraconazole, gemfibrozil and their combination markedly raise the plasma concentrations of loperamide. Niemi et al.; Eur J Clin Pharmacol. (2006) 62(6):463-72.

Vorstellung der SCHOLZ Datenbank auf der Interpharm 2016

Am vom 18.03.2016 und 19.03.2016 findet die Interpharm in Berlin statt. Das Symposium teilt sich u.a. in den „Wisselschaftlichen Kongress“, das „POP-Symposium“ bzw. das „Komplementärpharmazie-Symposium“ und den „PTAheute-Kongress“ auf.

POP bedeutet „PatientenOrientierte Pharmazie“ und steht für eine Serie der Deutschen Apothekerzeitung im Bereich klinische Pharmazie, bei der therapiebezogene Probleme analysiert werden. Im Rahmen des „POP-Symposiums“ werden einige Vorträge zum Thema AMTS gehalten. In einem dieser Vorträge wird auch die SCHOLZ Datenbank vorgestellt. Darüberhinaus haben Sie die Möglichkeit, sich auf gleichzeitig stattfindenden Ausstellung über die SCHOLZ Datenbank zu informieren.

Am Freitag, den 18.03.2016, wird Apotheker Wolfgang Scholz, Vorstand und Initiator der SCHOLZ Datenbank, von 15:00 – 16:30 Uhr einen Vortrag mit dem Titel „Medikationsmanagement mit Unterstützung der SCHOLZ-Datenbank“ halten, in dem er die Funktionen und Inhalte der SCHOLZ Datenbank sowie Nutzungsmöglichkeiten der Datenbank im Bereich AMTS erläutert.

Mehr Informationen zur SCHOLZ Datenbank finden Sie unter www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.