Archiv für den Monat: Januar 2016

Validierung des MDDI Calculators weit vorangeschritten

Der neue MDDI Calculator ist inzwischen auf Basis von 158 Arzneimittelkombinationen getestet und validiert worden. Dabei wurde der Fokus auf solche Arzneimittel gerichtet, die als Substrate oder Inhibitoren in klinisch relevante Interaktionen involviert sind und in Deutschland große Bedeutung bei Verordnung und Abgabe von Arzneimitteln haben wie z.B. Statine, Calcium-Antagonisten, Beta-Blocker und Kardiaka, bestimmte Benzodiazepine und Hypnotika, Antikoagulantien vom Cumarin-Typ und NOAKs, Antidepressiva, Antidiabetika, Makrolid-Antibiotika, Antimykotika und Immunsuppressiva wie Ciclosporin.

Der MDDI (Multi Drug Drug Interactions) Calculator bildet das neueste Modul der Scholz Datenbank, welches in der Lage ist, multiple pharmakokinetische Interaktionen transparent darzustellen und diese durch Berechnung von AUC-Veränderungen nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ zu beschreiben.

Der MDDI Calculator wird auf Basis von in vivo-Daten validiert. Dabei werden die relativen AUC-Veränderungen, die der MDDI Calculator berechnet, mit den zu erwartenden Daten aus klinischen in vivo-Interaktionsstudien verglichen.

Folgende Ergebnisse ergeben sich bei Betrachtung der Abweichung von berechneten und erwarteten Werten:

  • 74 % der MDDI-Berechnungen: < 10% Differenz zu in vivo-Daten
  • 14 % der MDDI-Berechnungen: < 20% Differenz zu in vivo-Daten
  • 7 % der MDDI-Berechnungen: < 30% Differenz zu in vivo-Daten
  • 4% der MDDI-Berechnungen: < 50% Differenz zu in vivo-Daten
  • 1% der MDDI-Berechnungen: < 100% Differenz zu in vivo-Daten

Damit liegen 95% der berechneten Werte respektive die Differenzen zu den erwarteten Werten im Bereich dessen, was man bei einem Vergleich mit klinischen Daten als gute Übereinstimmung betrachten kann; diese Ergebnisse bestätigen, dass das neu entwickelte Modell der Multiplen Drug Drug Interactions in der SCHOLZ Datenbank eine robuste Grundlage hat. Die Validierung ist ein fortlaufender Prozess, in dem weitere Arzneimittelgruppen und neue Arzneimittel stetig aufgearbeitet werden sollen.

Mehr Information zum neuen MDDI Calculator finden Sie in der SCHOLZ Datenbank via www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.

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PharMSchool- Symposium in Münster – Die SCHOLZ Datenbank war zum 4. Mal als Sponsor und Aussteller dabei

Am 15.01.2016 fand zum vierten Mal das PharMSchool-Symposium im pharmazeutischen Institut der Universität Münster statt. Die SCHOLZ Datenbank war auch dieses Mal als Sponsor und Aussteller dabei und stellte den anwesenden Apothekern und Studenten die Nutzungs- und Karrieremöglichkeiten der SCHOLZ Datenbank vor. Besonders das neue SCHOLZ Datenbank MDDI (Multi Drug Drug Interactions) rief großes Interesse hervor.

Aktuell sucht die SCHOLZ Datenbank einen Apotheker (Promotion möglich) sowie eine PTA! Die Bewerbungen dürfen gerne per E-Mail an Marketing@eprax.de geschickt werden. Auch Studenten, die gerne ihr PJ nicht nur in der Apotheke machen möchten, können sich bei uns bewerben.

Für Interessierte finden Sie unter folgendem Link den Image Film des Projektes PharMSchool, der anlässlich der Verleihung des Lehrpreises der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster gedreht wurde. Wir gratulieren dem PharMSchool-Team noch einmal herzlich zu dieser tollen Auszeichnung!

 http://www.uni-muenster.de/videoportal/video/pharmschool_lehrpreis.html

Mehr Informationen zur SCHOLZ Datenbank und dem neuen Modul SCHOLZ Datenbank MDDI finden Sie unter www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.

Die SCHOLZ Datenbank zum 4. Mal als Sponsor und Aussteller beim PharMSchool- Symposium in Münster

Am 15.01.2016 findet zum vierten Mal das PharMSchool-Symposium im pharmazeutischen Institut der Universität Münster statt. Auch dieses Mal wird die SCHOLZ Datenbank als Sponsor und Aussteller an dem Symposium teilnehmen.

Gerade erst am vergangenen Freitag wurde den Initiatoren und Koordinatoren des Projektes PharMSchool der Lehrpreis der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster verliehen. Wir freuen uns und gratulieren Dr. Nina Henrichmann, Christian Thöle, Dr. Frauke Weber, Lisa Wessels und Prof. Dr. Klaus Langer herzlich zu dieser tollen Auszeichnung!

Schauen Sie sich das Projekt doch einfach mal in folgendem Imagefilm an

http://www.uni-muenster.de/videoportal/video/pharmschool_lehrpreis.html

Das Symposium ist der Abschluss des Projektes PharMSchool, bei dem die Studenten des 8. Semesters in Kurzvorträgen und auf Postern die Ergebnisse ihrer Projektarbeiten vorstellen, die sie während des Hauptstudiums angefertigt haben. Eingeladen sind auch Apotheker aus Offizin, Krankenhaus oder Forschung, die sich für die wissenschaftliche Arbeit des Apotheker-Nachwuchses interessieren. Einige Sponsoren, darunter auch die SCHOLZ Datenbank, stellten während der Pausen ihre Produkte vor.

 Wir freuen uns, diese Veranstaltung unterstützen zu können und den Studenten sowie den teilnehmenden Apothekern die Funktionsweise und natürlich die Neuentwicklungen der Datenbank vorzustellen.

Mehr Informationen zur SCHOLZ Datenbank finden Sie unter www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.

 

Neue Wirkstoffkombinationen in der SCHOLZ Datenbank

Entresto® heißt eines von zwei neuen Kombinationspräparaten im Januar, welches die beiden Wirkstoffe Sacubitril und Valsartan enthält, und zur Behandlung der chronischen Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion eingesetzt wird. Während Valsartan bereits ein alter Bekannter ist, stellt Sacubitril einen neuen Wirkstoff (Prodrug) aus der Klasse der Neprilysin-Inhibitoren dar.

Neprilysin ist ein Enzym (Zink(II)-abhängige Metalloprotase), welches für den Abbau von zahlreichen Proteinen zuständig ist, wie z.B. für den Abbau von Endothelin und natriuretischen Peptiden. Natriuretische Peptide haben einige positive Eigenschaften auf das Herz-Kreislauf-System. So fördern sie z.B. die Vasodilatation, Natriurese und Diurese und senken die Aktivität des Sympathikus. Eine Hemmung kann also durchaus mehrere positive Wirkungen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben.

Im Bereich der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) bei diesem neuen Arzneimittel auch einige Aspekte zu beachten:

Natürlich müssen alle Wechselwirkungen, Nebenwirkungen und Kontraindikationen des bekannten Wirkstoffs Valsartan beachtet werden, wie z.B. das Risiko von Hyperkaliämien. Eine duale Blockade des RAAS-Systems (RAAS= Renin-Angiotensin-Aldosteron-System) sollte unbedingt vermieden werden.

Sowohl Valsartan als auch der aktive Metabolit von Sacubitril sind Substrate einiger organischen Anionentransportern vom Typ OATP und OAT (OATP = Organic Anion Transporting Polypeptide; OAT = Organic Anion Transporter). Valsartan ist zusätzlich noch ein Susbtrat des Efflux-Transporters MRP2 (Multidrug Resistance-Related Proteine). Mit Inhibitoren dieser Proteine ist also Vorsicht geboten.

In vitro ist Sacubitril ein Inhibitor der Anion-Transportproteine OATP1B1 und OATP1B3. Hier ist bei gleichzeitiger Gabe von OATP1B1/1B3-Substraten – wie z.B. Statinen – ebenfalls Vorsicht geboten.

Das zweite neue Kombinationspräparat (Genvoya®) ist indiziert zur Behandlung von HIV. Es enthält vier Wirkstoffe (Elvitegravir, Cobicistat, Emtricitabin und Tenofovir), die aber alle schon länger im Markt sind. Somit wird dieses hier nicht näher beschrieben.

 

Mehr Information zu diesen und anderen Arzneimittelrisiken finden Sie in der SCHOLZ Datenbank via www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.

Neujahrsgrüße, Rote-Hand-Brief und zwei neue Kombinationsarzneimittel

Das Team der SCHOLZ Datenbank wünscht allen Kooperationspartnern, Kunden und Blog-Lesern ein frohes neues Jahr und viel Erfolg für 2016!

Das Jahr 2016 beginnt mit einem Rote-Hand-Brief und zwei neuen Kombinationsarzneimitteln. Zu Anfang Januar gab es direkt einen Rote-Hand-Brief bzgl. des Risikos für schwere Leberfunktionsstörungen unter der Behandlung mit dem Präparat Viekirax®. [1]

Viekirax® ist ein Kombinationsarzneimittel mit den Wirkstoffen Ombitasvir, Paritaprevir, Ritonavir, welches zur Behandlung der chronischen Hepatitis C bei Erwachsenen zusammen mit oder ohne Exviera® (Dasabuvir) angewendet wird. Es wurden 26 Fälle von Leberdekompensation und Leberversagen im Zusammenhang mit Viekirax® berichtet, die in 10 Fällen zum Tod bzw. zur Notwenigkeit einer Lebertransplantation führten. Die meisten Patienten wiesen bereits vor Therapiebeginn Anzeichen einer Zirrhose (fortgeschritten oder dekompensiert) auf.

Daraus resultieren folgende Maßnahmen: Viekirax® wird bei Patienten mit mittelschweren Leberfunktionsstörungen (Child-Pugh-Grad B) nicht empfohlen; bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Grad C) ist Viekirax® kontraindiziert. Patienten mit Zirrhose sollten besonders hinsichtlich klinischer Anzeichen einer Leberdekompensation überwacht werden.

Weiterhin gibt es ab Januar zwei neue Kombinationsarzneimittel, über deren Risikoprofil wir im nächsten Blog berichten werden.

Mehr Information zu diesen und anderen Arzneimittelrisiken finden Sie in der SCHOLZ Datenbank via www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.

[1] http://www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/RHB/Archiv/2016/20160104.pdf