Archiv für den Monat: November 2015

Neuer MDDI Calculator der SCHOLZ Datenbank in der Hirsch-Apotheke Lüdenscheid präsentiert

Anlässlich der bundesweiten Markteinführung des neuen „MDDI Calculator“ der SCHOLZ Datenbank fand eine Vorstellung in den Räumen der Hirsch-Apotheke in Lüdenscheid statt. Die neue Datenbanksoftware wurde schon bei der Präsentation des Prototypen vor wenigen Wochen auf der Messe Expopharm in Düsseldorf vom Fachpublikum begeistert aufgenommen.

Jetzt freuten sich Apothekeninhaber Wolfgang U. Scholz, Entwickler des MDDI-Calculators, und seine Mitarbeiter gemeinsam mit Bürgermeister Dieter Dzewas über die Neuentwicklung, die es ermöglicht multiple Wechselwirkungen zwischen beliebig vielen Arzneimitteln qualitativ und quantitativ zu analysieren. „So ein System müssten doch alle Ärzte benutzen“ so Bürgermeister Dzewas, der sich alle Funktionen der SCHOLZ Datenbank sehr interessiert anhand von Fallbeispielen erläutern liess. Besonderen Anklang fand neben dem neuen MDDI Calculator auch das Optimierungssystem der SCHOLZ Datenbank, welches den Anwender in die Lage versetzt, bei gefährlichen Medikationen in kürzester Zeit risikoärmere Alternativen zu finden.

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Was verbirgt sich hinter dem Begriff MDDI Calculator und was macht dieses System so besonders bzw. welchen Mehrwert bietet es?

Während herkömmliche Systeme Wechselwirkungen in der Regel nur zwischen zwei Wirkstoffen, also pärchenweise betrachten, können mit dem MDDI Calculator Beeinflussungen eines Arzneimittels durch beliebig viele andere Arzneimittel und “multiple” Interaktionsmechanismen („Multi Drug Drug Interactions“) in Sekundenschnelle qualitativ und quantitativ untersucht werden. Der MDDI Calculator lässt mit einem einzigen Klick und Blick anhand einer übersichtlichen Tabelle erkennen, wie zum Beispiel die Dosisanpassung von Warfarin aussehen könnte, wenn es gleichzeitig mit Fluconazol, Ciprofloxacin und Omeprazol kombiniert wird. So schafft der MDDI Calculator mehr Transparenz und minimiert die mühsame und zugleich zeitaufwendige Arbeit, die Risiken multipler Interaktionen richtig zu deuten und sie in ihrer gesamten Wertigkeit für ein betroffenes Arzneimittel einzuschätzen.

Die Datenbank blickt auf eine langjährige Tradition zurück und hat ihre Ursprünge in Lüdenscheid in der Hirsch-Apotheke, die sozusagen das Stammhaus der SCHOLZ Datenbank darstellt. Sie ist vor mehr als 30 Jahren aus der 1981 gedruckten “SCHOLZ-Liste Arzneimittelwechselwirkungen” hervorgegangen und zählt damit zu den ersten Arzneimittelinformationssystemen weltweit. Seit dieser Zeit wurde Sie kontinuierlich unter Leitung von Apotheker Wolfgang U. Scholz aufgebaut und gepflegt. Von Anfang an war das Ziel, Wechselwirkungen besonders transparent und präzise darzustellen, z.B. auch durch eine zweidimensionale Risikoklassifizierung, die einerseits die Gefährlichkeit, andererseits die Wahrscheinlichkeit eines Interaktionsproblems darstellt.

„Die Systematik des MDDI Calculators ist ein absolutes Novum auf dem Gebiet der Wechselwirkungsanalyse. Die Entwicklung weg von der Pärchen-Analyse hin zu einer allgemeineren Theorie, die Wechselwirkungen als „Multi Drug Drug Interactions“ versteht und darüber hinaus quantitativ beschreibt, wird die Beratungseffizienz auf diesem wichtigen Feld der AMTS-Analyse auf ein völlig neues Niveau anheben“, so Apothekerin Dr. Stefanie Brune, die in der Hirsch-Apotheke für die Erstellung von Medikationsplänen und die Analyse von Wechselwirkungen verantwortlich ist.

Weitere Informationen zum MDDI Calculator finden Sie auch auf der Webseite der ePrax AG, www.eprax.de, die die SCHOLZ Datenbank bundweit vertreibt.

SCHOLZ Datenbank: MDDI Calculator wird an Kunden ausgeliefert.

Der Startschuss ist gefallen!

Der MDDI Calculator wird heute erstmalig an die Kunden ausgeliefert. Seit seiner Erstpräsentation auf der Expopharm in Düsseldorf sind gerade mal 7 Wochen vergangen. In dieser Zeit ist in Fachpublikumskreisen praktisch eine Art Fangemeinschaft um den MDDI Calculator entstanden. Der MDDI Calculator wird durchweg positiv aufgenommen und verspricht eine völlig neue Methode im Bereich der Wechselwirkungsanalyse.

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Weitere Informationen zum MDDI Calculator sowie anderen Produkten der ePrax AG finden Sie unter www.eprax.de oder www.scholz-datenbank.de

Neu in der SCHOLZ Datenbank: Isavuconazol, ein Antimykotikum mit einigen kinetischen Interaktionen

Mit Isavucoazol (Cresemba®) kam im November ein neues Antimykotikum zur Infusion oder oralen Gabe in den Handel.

Unter Gesichtspunkten der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) sollte beachtet werden, dass diese Substanz vielfältige Interaktionen auf kinetischer Ebene hervorrufen kann.

Isavuconazol wird hauptsächlich über CYP3A4 metabolisiert und ist selbst auch ein moderater Inhibitor von CYP3A4. In vitro-Studien weisen auf eine Hemmung sowie eine Induktion weiterer CYP-Enzyme hin. Außerdem hemmt Isavuconazol in geringem Ausmaß die Transportproteine P-gp (P-Glycoprotein), BCRP (Breast Cancer Resistance Protein) und OCT2 (Organic Cation Transporter).

Somit müssen Interaktionen mit CYP3A4-Induktoren sowie -Inhibitoren berücksichtigt werden. Weiterhin müssen Wechselwirkungen mit CYP3A4-Substraten und Substraten der benannten Transportproteine berücksichtigt werden, die eine geringe therapeutische Breite besitzen wie z.B. Immunsuppressiva, Zytostatika oder Digoxin. Aufgrund der weiteren in vitro nachgewiesenen CYP-Hemmungen ist mit diversen sensitiven CYP-Substraten Vorsicht geboten (Z.B. CYP2B6-Substrate wie Bupropion).

Als Kontraindikation gilt das familiäre Short-QT-Syndrom, da Isavuconazol das QT-Intervall verkürzen kann. Auch die gleichzeitige Gabe mit Substanzen, die das QT-Intervall verkürzen, sollte nur mit Vorsicht durchgeführt werden.

Mehr Information zu diesen und anderen Wechselwirkungen, Nebenwirkungen oder Kontraindikationen dieses Arzneimittels finden Sie in der SCHOLZ Datenbank via www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.

Kooperation mit LINDA und MVDA gestartet.

Die ePrax AG und die LINDA AG haben zum 01. Oktober 2015 eine Kooperation gestartet, um gemeinsam durch Einsatz der SCHOLZ Datenbank, dem Hauptprodukt der ePrax AG, bei den Apothekerinnen und Apothekern der LINDA-Kooperation pharmazeutischen Mehrwert zu schaffen. Diese Kooperation unterstützt Zielsetzung und Konzepte der LINDA AG, den Marketingerfolg ihrer Mitgliedsapotheken durch verstärkte Initiativen im Bereich AMTS und pharmazeutische Beratung zu verbessern.

Die “LINDA”, ein qualitätsorientierter Zusammenschluss (Kooperation) einzelner inhabergeführter Vor-Ort-Apotheken, ist mit bundesweit rund 1.100 teilnehmenden Apotheken die bekannteste und größte Apothekendachmarke selbstständiger Apotheker in Deutschland.

Durch die Zusammenarbeit von ePrax und LINDA sollen alle LINDA-Kollegen von der SCHOLZ Datenbank Technologie im Sinne einer höheren Beratungsqualität und eines pharmazeutischen Mehrwerts profitieren. Weiterhin eröffnet sich die Möglichkeit, dass durch eine Verzahnung des AMTS-Dokumentationssystem der LINDA für Interaktionen mit der SCHOLZ Datenbank die Interpretation von Wechselwirkungen erheblich erleichtert und beschleunigt werden kann, und schließlich neue Qualitätsstandards im Bereich AMTS-Management geschaffen werden können. Ein weiterer Nutzen aus der Kooperation ergibt sich daraus, dass LINDA-Apotheken Preis- und Servicevorteile bei der Nutzung der SCHOLZ Datenbank genießen.

Weitere Informationen finden LINDA-Apotheken im Intranet der LINDA sowie auf den Webseiten beider Allianzpartner. Zusätzliche Informationen werden im LINDA-Newsletter zu finden sein.

http://www.linda.de/presse/fachpresse/aktuelles/details/?tx_cfrspress_pi2%5BshowUid%5D=254&cHash=c0166ea287c3f1ceaf49e6b51e59bf68

http://www.apotheke-adhoc.de/branchennews/alle-branchennews/branchennews-detail/linda-kooperation-mit-der-scholz-datenbank-gestartet/

Neu in der SCHOLZ Datenbank: Alirocumab, der zweite monoklonale Antikörper zur Behandlung der Hypercholesterinämie

Mit Alirocumab (Praluent®) kommt nun der zweite monoklonale Antikörper zur Behandlung der der primären Hypercholesterinämie und gemischten Dyslipidämie in den Handel. Evolocumab (Repatha®) kam im September als erster monoklonale Antikörper für diese Indikation auf den Markt. Indiziert sind die beiden monoklonalen Antikörper, wenn Statine nicht vertragen werden oder kontraindiziert sind bzw. in Kombination mit Statinen, wenn die LDL-Zielwerte nicht mit der maximal tolerierbaren Statin-Dosis erreicht werden können.

Airocumab und Evolocumab sind sog. PCSK9-Inhibitoren (Proproteinkonvertase Subtilisin/Kexin Typ 9). Dieses Enzym sorgt für eine verminderte Anzahl von LDL-Rezeptoren, indem es an LDL-Rezeptoren bindet und deren Abbau fördert. Dadurch steigt der LDL-Spiegel im Blut. Mutationen des PCSK9-Gens sind eine der Ursachen für das Auftreten einer primären Hypercholesterinämie. Durch Hemmung der PCSK9 wird die Anzahl der LDL-Rezeptoren erhöht und der LDL-Spiegel gesenkt.

 

Unter Gesichtspunkten der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) sollte beachtet werden, dass bei schwerer Nieren- und Leberfunktionsstörung Vorsicht geboten ist. Weiterhin kann die gleichzeitige Anwendung von Statinen die Expression des Zieltargets PCSK9 erhöhen. Da Evolocumab und Alirocumab nur z.T. proteolytisch abgebaut werden und teilweise in niedrigen Konzentrationen durch eine sättigbare Bindung an das Zielmolekül PCSK9 eliminiert werden, wird durch eine verstärkte PCSK9-Expression die Clearance der Antikörper erhöht. Dies hat aber keine Auswirkungen auf die pharmakologische Wirksamkeit.

 

Mehr Information zu Nebenwirkungen, Kontraindikationen oder Wechselwirkungen dieses Arzneimittels finden Sie in der SCHOLZ Datenbank via www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.

 

News Arzneimittelrisiken: Thalidomid in reduzierter Initialdosis bei Patienten über 75 Jahren

Thalidomid 50 mg wird in Kombination mit Melphalan und Prednison zur Erstlinientherapie eines multiplen Myeloms bei Patienten ab einem Alter von 65 Jahren eingesetzt bzw. bei Patienten, bei denen keine hochdosierte Chemotherapie durchgeführt werden kann [1]. Bei einem muliplen Myelom handelt es sich um eine seltene Krebserkrankung, mit der man in der Offizin nur sehr selten in Berührung kommt. Allerdings ist es gerade im Bereich AMTS oder in der Krankenhausapotheke wichtig zu wissen, wie dieses Arzneimittel eingesetzt wird und wie es zu dosieren ist.

Die Firma Celgene informiert aktuell in einem Rote-Hand-Brief über eine Änderung der Dosierungsempfehlung für Thalidomid bei Patienten ab einem Alter über 75 Jahren. Hier sollte die Initialdosis von Thalidomid 100 mg statt 200 mg pro Tag betragen [2].

 Weiterhin wird auch eine Reduktion der Initialdosis von Melphalan empfohlen, wenn es bei Patienten über 75 Jahren mit Thalidomid kombiniert wird. Außerdem muss hier eine Dosisreduktion bei Niereninsuffizienz in Betracht gezogen werden.

Diese Reduktion der Thalidomid-Initialdosis für Patienten ab 75 Jahren beruht auf einer aktuellen Auswertung von Phase III Studien, in denen sich für die genannte Altersklasse eine erhöhte Gesamtinzidenz für schwerwiegende Nebenwirkungen und Grad 5-Nebenwirkungen ergab. Allerdings gab es keine signifikanten Unterschiede bei den primären Todesursachen zwischen den beiden Altersgruppen. Bei einer Reduktion der Intialdosis von Thalidomid bei Patienten über 75 Jahren auf 100 mg ist mit einem vergleichbaren Nebenwirkungsprofil wie bei jüngeren Patienten zu rechnen, die 200 mg Thalidomid erhalten.

 

Mehr Information zu diesen und anderen Arzneimittelrisiken sowie zum Thema AMTS finden Sie in der SCHOLZ Datenbank via www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.

 

[1] http://www.ema.europa.eu/docs/de_DE/document_library/EPAR_-_Summary_for_the_public/human/000823/WC500037052.pdf

[2] http://www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/RHB/Archiv/2015/20151109.pdf

Mycophenolatmofetil und Schwangerschaft- Verschärfung der Risikoinformationen

In einer aktuellen Meldung der Europäischen Arzneimittel Agentur (EMA) wird erneut auf das teratogene Risiko des Immunsuppressivums Mycophenolatmofetil hingewiesen[1]. Eine Anwendung in der Schwangerschaft sollte unbedingt vermieden werden. In Kürze wird es neue Risikoinformationen mit verschärften Kontraindikationen und Warnhinweisen sowie Schulungmaterial für Patienten geben. Auch für den Apotheker ist es wichtig über diese Risiken Bescheid zu wissen, um Patienten auch im Rahmen der Arzneimitteltherapiesicherheit ausführlich zu beraten.

Bereits 2007 hatte es zu diesem Thema einen „Rote-Hand-Brief“ gegeben, in dem Ärzte und Apotheker darüber informiert wurden, dass unter der Anwendung von Mycophenolatmofetil in der Schwangerschaft Missbildungen beobachtet wurden [2]. Nach damaligen Empfehlungen sollte die Anwendung in der Schwangerschaft nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung und bei Fehlen therapeutischer Alternativen durchgeführt werden. Weiterhin sollte dafür gesorgt werden, dass bei Frauen im gebärfähigen Alter während und 6 Wochen nach der Therapie mit Mycophenolatmofetil eine sichere Kontrazeption gewährleistet ist und vor Therapiebeginn ein Schwangerschaftstest durchgeführt wird.

 Auch Ende 2014 gab es einen „Rote-Hand-Brief“ zu diesem Wirkstoff, in dem über das Auftreten von Hypogammaglobulinämie und Bronchiektasie bei Kombination von Mycophenolatmofetil mit anderen Immunsuppressiva berichtet wurde. Den Inhalt des damaligen „Rote-Hand-Briefes“ können Sie unter folgendem Link nachlesen: http://news.eprax.de/?p=231

Mehr Information zu diesen und anderen Arzneimittelrisiken sowie zum Thema AMTS finden Sie in der SCHOLZ Datenbank via www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.

 

Quellen

[1] http://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Pharmakovigilanz/DE/RI/2015/RI-mycophenolat.html

[2] http://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Pharmakovigilanz/DE/RHB/2007/rhb-cellcept.pdf?__blob=publicationFile&v=7