Archiv für den Monat: Januar 2015

Dulaglutid – ein neuer Wirkstoff aus der Reihe der GLP-1-Rezeptor-Agonisten

Mit Trulicity® (Wirkstoff: Dulaglutid) kommt diesen Monat ein weiterer langwirksamer Rezeptor-Agonist des Glucagon-like Peptide 1 (GLP-1) zur Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2 auf dem Markt.

Kinetik

Durch seine chemische Struktur erreicht Dulaglutid eine Größe, welche gegenüber nativem GLP entscheidende Vorteile hat: Absorption und renale Clearance werden verlangsamt. Weiterhin kann Dulaglutid nicht durch DPP-4 (Dipeptidylpeptidase 4) abgebaut werden. Diese Faktoren sind ausschlaggebend für die lange Halbwertszeit von 4,7 Tagen, welche es ermöglicht, dass die Substanz nur 1x wöchentlich injiziert werden muss.

Wirksamkeit

In Studien konnte eine Überlegenheit bezüglich der Senkung des HbA1c-Wertes gegenüber Metformin nachgewiesen werden.

AMTS: Wechsel- und Nebenwirkungen

Die Wechselwirkungen von Dulaglutid stimmen mit denen der bisher bekannten GLP-1-Rezeptor-Agonisten überein. Dabei stehen die blutzuckersenkende Wirkung sowie eine Verzögerung der Magenentleerung im Vordergrund.

An eine verzögerte Magenentleerung sollte auf jeden Fall gedacht werden. Dies kann Auswirkungen auf die Kinetik (Absorption und Freisetzung) von oral verabreichten Begleitmedikationen haben. Die kinetischen Veränderungen durch GLP-1-Analoga erfordern selten Dosisanpassungen; in bestimmten Fällen ist aber eine verstärkte Überwachung des Patienten notwendig.

Weiterhin können Inkretinmimetika zusammen mit Insulin oder insulinotropen Therapeutika für Diabetes mellitus Typ 2, wie z.B. Sulfonylharnstoffen, das Hypoglykämierisiko erhöhen.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen.

Risiko Arznei-Cocktails

Laut dem NRW-Gesundheitsministerium sind etwa 4300 Todesfälle in Nordhein-Westfalen jährlich durch Arzneimittelnebenwirkungen und –wechselwirkungen zu begründen.

http://www.come-on.de/nachrichten/NRW/4300-todesfaelle-jahr-krankenhaeusern-nordrhein-westfalen-durch-unerwuenschte-arznei-wirkungen-4657490.html

Ärzte und Apotheker sind nun diejenigen, die dazu beitragen können, die Zahl der Todesfälle durch Arzneimittel sowie die Zahl der Krankenhauseinweisungen aufgrund von Arzneimitteln zu senken. Es gibt deutschlandweit Projekte, welche die sog. Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) fördern. Aber auch jeder einzelne Arzt oder Apotheker kann Initiative zeigen, und einen Beitrag zu mehr Sicherheit in der Arzneimitteltherapie leisten:

  1. Die Patienten können durch Interaktions-Checks und intensive Beratungsgespräche unterstützt werden.
  2. Sobald bei Symptomen, die ein Patient schildert, der Verdacht besteht, dass diese Nebenwirkungen der Medikamente sein könnten, sollten Arzt und Apotheker hellhörig werden und dies überprüfen.
  3. Medikationspläne unterstützen die Patienten bei der korrekten Medikamenteneinnahme und sorgen für Transparenz.

All diese Dinge fördern das Vertrauen zwischen Patient und dem Arzt oder Apotheker. Dadurch wird die Compliance der Patienten gefördert und Arzneimittelrisiken können reduziert werden. Dies erhöht die Arzneimitteltherapiesicherheit.

Senior medicate with pills at home

Ein gutes Arzneimittelinformationssystem ist für diese intensive Patientenbetreuung unerlässlich. Die SCHOLZ Datenbank unterstützt sowohl Ärzte, als auch Apotheker im Bereich AMTS durch den Wechselwirkungs-Check, die Nebenwirkungsanalyse und die Medikationsplanerstellung.

 

SCHOLZ Datenbank News from USA

DIT Drug Database, die amerikanische Version der SCHOLZ Datenbank,
war Thema auf dem 30sten Vista Community Meeting vom 16.-18. Januar 2015 in Sacramento, California. Apotheker Sam Habiel PharmD stellte eine neue Schnittstelle vor, über die VistA-EHR-Software “Latte” mit dem Webservice der DIT Drug Database kommuniziert.
Damit wird die Nutzung des ArzneimittelRisikoChecks der SCHOLZ Datenbank für die Nutzer von VistA-Software unterstützt. VistA ist die Electronic-Health-Record Software (EHR), die vom U.S. Department of Veterans Affairs entwickelt und bei der Versorgung von ehemaligen Angehörigen der US-Army in hunderten von Kliniken und Ambulanzen in USA eingesetzt wird. WorldvistA ist eine non-profit-Initiative zur Nutzung von VistA-Software ausserhalb der Veterans Administration.

Mehr Informationen dazu auf
http://worldvista.org/Conferences/30th_VCM
www.ditonline.com
www.scholz-datenbank.de.

Diskussionsthema: Freigabe der „Pille danach“

Die Scholz Datenbank hilft auch, hier wichtige Interaktionen, Nebenwirkungen und Kontraindikationen zu identifizieren und Risiken zu minimieren.

Ein in den letzten Tagen heiß diskutiertes Thema: Die EU-Komission entlässt das Notfallkontrazeptivum ellaOne® (Wirkstoff: Ulipristalacetat) aus der Rezeptpflicht. In Deutschland sind Arzneimittel-Verschreibungsverordnung und Packungskennzeichnung bisher noch nicht angepasst worden und eine Abgabe ohne Rezept ist daher noch nicht möglich.

Das zweite im Handel befindliche orale Notfallkontrazeptivum PiDaNa® (Wirkstoff: Levonorgestrel), welches allerdings eine nationale Zulassung besitzt, soll ebenfalls durch eine Änderung der Arzneimittel-Verschreibungsverordnung aus der Verschreibungspflicht entlassen werden.

Ob rezeptpflichtig oder nicht: Jeder Arzt und jeder Apotheker sollte über die Risiken bei der Einnahme der oralen Notfallkontrazeptiva Bescheid wissen. Dazu gehören neben Kontraindikationen und Nebenwirkungen auch mögliche Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln.
Näher beleuchtet: Wichtige Wechselwirkungen von Ulipristalacetat (ellaOne®)

In vitro wurde Ulipristalacetat als Substrat von CYP3A4 identifiziert. Auch in vivo wurden bei gleichzeitiger Anwendung starker CYP3A4-Inhibitoren Anstiege des Ulipristal-Plasmaspiegels beobachtet, allerdings ohne klinisch relevante Auswirkungen.

Die gleichzeitige Anwendung von CYP3A4-Induktoren, hierzu zählt auch die Langzeittherapie mit Ritonavir, wird nicht empfohlen, da CYP3A4-Induktoren den Plasmaspiegel von Ulipristalacetat so stark herabsetzen können, dass die Wirksamkeit beeinträchtigt wird.

Zu beachten ist weiterhin, dass Ulipristalacetat als selektiver Progesteronrezeptor-Modulator die Wirkung gestagenhaltiger Kontrazeptiva vermindern kann.

Ein interessanter Tag in Münster: Die SCHOLZ Datenbank als Sponsor und Aussteller beim zweiten PharMSchool-Symposium

Am 09.01.2015 nahm die SCHOLZ Datenbank wieder als Sponsor und Aussteller beim PharMSchool Symposium in Münster teil. Studenten und Apotheker wurden über die Nutzungsmöglichkeiten der SCHOLZ Datenbank informiert.

Mit der kostenfreien Studentenversion möchte die SCHOLZ Datenbank die Studenten beim Studium unterstützen und ihnen helfen, den schnellen und zielorientierten Umgang mit der Datenbank für das spätere AMTS-Management in der Apotheke zu erlernen.

Speziell für Apotheker wurde das neue Modul zur Medikationsplanerstellung sowie das verbesserte ATC-Code-basierte SCHOLZ Datenbank Optimierungssystem vorgestellt. Mit dem Modul zur Medikationsplanerstellung kann in kürzester Zeit ein patientengerechter und umfangreicher Medikationsplan erstellt werden, der sich an der Spezifikation der Arbeitsgruppe für Arzneimitteltherapiesicherheit orientiert. Das Optimierungssystem hilft dem Arzt oder Apotheker bei einer gefährlichen Arzneimittelverordnung eine risikoärmere Alternative zu finden.

Seitens der Studenten wurden spannende und innovative Projekte vorgestellt, die sie während des Hauptstudiums Pharmazie in Zusammenarbeit mit einem betreuenden Professor erarbeitet hatten. Die Gruppen präsentierten ihre Ergebnisse in einem Kurzvortrag und einem Poster.

Wir bedanken uns bei den Organisatoren der PharMSchool und den teilnehmenden Studenten für diesen spannenden und interessanten Tag und freuen uns auf das nächste Mal.

PharMSchool_090115

Die SCHOLZ Datenbank als Sponsor und Aussteller beim zweiten PharMSchool-Symposium in Münster am 09.01.2015

Im vergangenen Sommer war die SCHOLZ Datenbank bereits beim ersten PharMSchool Symposium der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster als Sponsor und Aussteller vertreten. Die PharMSchool ist ein innovatives Projekt für die Quervernetzung der pharmazeutischen Studienfächer, welches es den Studenten ermöglicht, über den Tellerrand zu blicken und eigenständig kleine Forschungsprojekte umzusetzen. Jedes Semester findet ein Abschlusssymposium mit Studenten des Pharmazie-Hauptstudiums, Professoren, externen Apothekern und einigen Ausstellern statt, auf dem die Studentengruppen des jeweiligen Abschlusssemesters ihre Projekte präsentieren.

Auch in diesem Semester, am 09.01.2015, werden Mitarbeiter der Scholz Datenbank am PharMSchool-Symposium in Münster teilnehmen, um die Studenten über die SCHOLZ Datenbank zu informieren. Mit der kostenfreien Studentenversion möchte die SCHOLZ Datenbank die Studenten beim Studium unterstützen und ihnen helfen, den schnellen und zielorientierten Umgang mit der Datenbank für das spätere AMTS-Management in der Apotheke zu erlernen.

Seit dem letzten Symposium hat sich bei der SCHOLZ Datenbank einiges getan. Als Neuentwicklung können wir das im Oktober eingeführte Modul zur Erstellung eines Medikationsplans präsentieren, welches es dem Arzt oder Apotheker ermöglicht, in kürzester Zeit einen patientengerechten und umfangreichen Medikationsplan zu erstellen, der sich an der Spezifikation der Arbeitsgruppe für Arzneimitteltherapiesicherheit orientiert.

Weiterhin kann das verbesserte SCHOLZ Datenbank Optimierungssystem vorgestellt werden, welches nun ATC-Code-basiert funktioniert und dem Anwender eine optimale Übersicht zur Klassifizierung und Einteilung von Arzneimitteln verschafft. Dies ist auch für Studenten in der Lernphase ideal geeignet, um einen Überblick über Wirkstoffgruppen und ein Gefühl für den Umgang mit Arzneistoffen zu bekommen.

Wir freuen uns, diese Veranstaltung unterstützen zu können und den Studenten sowie den teilnehmenden Apothekern die Funktionsweise und natürlich die Neuentwicklungen der Datenbank vorzustellen.