Archiv für den Monat: November 2014

Ibrutinib: Dosisanpassungen bei CYP3A4-Inhibition notwendig

Ibrutinib (Präparat: Imbruvica) ist ein neuer Tyrosinkinase-Inhibitor, der zur Therapie von rezidiviertem oder refraktärem Mantelzell-Lymphom oder chronischer lymphatischer Leukämie eingesetzt wird.

Da Ibrutinib hauptsächlich über CYP3A4 verstoffwechselt wird, sind eine Reihe von Wechselwirkungen AMTS-relevant und zu beachten:

CYP3A4-Inhibitoren können die Ibrutinib-Exposition erhöhen. Um ein verstärktes Auftreten von Nebenwirkungen und eine Intoxikation zu vermeiden, sollte die gemeinsame Anwendung von Ibrutinib und mäßigen bis starken CYP3A4-Inhibitoren vermieden werden.

Falls mäßige bis starke CYP3A4-Inhibititoren unbedingt gleichzeitig angewendet werden müssen, sollte die Dosis von Ibrutinib auf 140 mg 1x täglich beschränkt werden. Bei einer kurzzeitigen Anwendung von starken CYP3A4-Inhibitoren, wie z.B. Itraconazol, könnte die Ibrutinib-Therapie auch für 7 Tage unterbrochen werden. Bei gleichzeitiger Anwendung schwacher CYP3A4-Hemmer, wie z.B. Fluvoxamin, ist keine Dosisanpassung erforderlich. Eine Überwachung auf Anzeichen einer Ibrutinib-Toxizität wird in jedem Fall empfohlen.

Die gleichzeitige Therapie mit CYP3A4-Induktoren sollte ebenfalls vermieden werden, da die Plasmakonzentration von Ibrutinib dadurch gesenkt wird, was zu Therapieversagen führen kann.