Archiv für den Monat: September 2014

NEU in der SCHOLZ Datenbank: Erstellung des Medikationsplans zur Unterstützung eines effektiven Medikationsmanagements

Die SCHOLZ Datenbank ist ein optimales Werkzeug für den Apotheker im Bereich AMTS und Medikationsmanagement. Durch die vielfältigen, praktischen Funktionen der Datenbank können Wechsel- und Nebenwirkungen in kürzester Zeit erkannt und analysiert werden, um mögliche Arzneimittelrisiken zu minimieren.

NEU ab September 2014 ist das AMTS-Modul der SCHOLZ Datenbank. Der Benutzer kann einen Medikationsplan, der alle wichtigen Hinweise für den Patienten zur Anwendung seiner Medikation enthält, schnell erstellen, für den Patienten ausdrucken, in der Patientendatei abspeichern und bei Bedarf aktualisieren. Dieser Medikationsplan unterstützt das Hauptziel und setzt wesentliche Anforderungen der Arbeitsgruppe für Arzneimitteltherapiesicherheit (Aktionsbündnis zur Verbesserung der Patientensicherheit in Deutschland) um. Diagnosen und Indikationen können blitzschnell den betreffenden Medikamenten zugeordnet werden. Hilfestellungen zur Angabe der richtigen Dosierung und Hinweise zur Einnahme des Medikamentes sind ebenfalls in diesem System enthalten, so dass dem Benutzer langwieriges Nachgucken in Fachinformation oder Beipackzettel erspart wird. Der Benutzer kann diesen Medikationsplan mit der Anschrift der Apotheke und dem Apothekenlogo oder der Arztpraxis versehen und dem Patienten Ausdrucken. Zusätzlich zum Medikationsplan bietet die SCHOLZ Datenbank die Möglichkeit, Patienteninformationen in Laiensprache bezüglich wichtiger gefundener Wechselwirkungen auszudrucken.

Mehr Information zum Medikationsplan und anderen praktischen Funktionen der SCHOLZ Datenbank via finden Sie unter http://www.arzneimittelrisikocheck.de/site/2-information-fur-apotheken.

Genetischer Polymorphismus: In manchen Fällen therapierelevant. Die SCHOLZ Datenbank gibt Warnhinweise beim Vorliegen dosis- und interaktionsrelevanter Polymorphismen!

Genetische Polymorphismen spielen bei Arzneimitteln eine Rolle, die insbesondere über CYP2D6, aber auch CYP2C9 oder CYP2C19, abgebaut werden. Ca. 40 Millionen Europäer weisen einen genetischen Polymorphismus am CYP2D6 auf. 1 Das entspricht ca. 8 % der in Europa lebenden Bevölkerung. Etwa 25% der Arzneimittel sind bei ihrem Metabolismus mehr oder weniger ausgeprägt von CYP2D6 abhängig.1 Für schätzungsweise 2% der Patienten mit Arzneimitteltherapie könnte aufgrund dieser Problematik eine Dosisanpassung angezeigt sein. Das heißt bei Enzymdefekt brauchen intermediate oder poor metabolizer (IM/PM) wegen der langsameren Metabolisierung eine niedrigere Dosierung. Bei Enzymmehrausstattung (ultrarapid metabolizer/UM) muss dementsprechend eine höhere Dosierung gewählt werden. Wenn das betroffene Arzneimittel ein Prodrug ist, besteht beim poor meabolizer die Gefahr des Therapieversagens, beim ultrarapid metabolizer hingegen das Risiko vermehrter Nebenwirkungen.

In der SCHOLZ Datenbank sind die betroffenen Arzneimittel, z.B. Betablocker wie Metoprolol oder Psychopharmaka wie Imipramin, Amitriptylin, Aripiprazol u.a. mit entsprechenden Warnhinweisen markiert. Der Anwender wird durch eine gelb leuchtende Dosierungsampel auf die Problematik aufmerksam gemacht. Bei Interaktionen, bei denen der Polymorphismus einen Einfluss haben kann, werden ebenfalls ggf. Dosierungshinweise angezeigt.

Auch wenn eine klinische Relevanz des Polymorphismus nur bei einem geringen Teil der Patienten von Bedeutung ist, sollte insbesondere bei Nebenwirkungen oder Therapieversagern an eine solche Ursache gedacht werden und ggf. der genetische Status ermittelt und eine adäquate Dosisanpassung vorgenommen oder eine Alternativmedikation ausgewählt werden.

Quelle: Ingelmann-Sundberg; M. Pharmacogenetics of cytochrome P450 and its applications in drug therapy: the pastpresen and future  Trends Pharmacol Sci. 2004; Apr;25(4):193-200

Alprostadil mit neuer Applikationsform – Wechselwirkungspotential auch lokaler Anwendung zu beachten!

Das Prostaglandin-Analogon Alprostadil wird u.a. parenteral zur Therapie der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit und lokal zur Therapie der erektilen Dysfunktion eingesetzt. Bisher wurde Alprostadil zur intrakavernösen Injektion in der Therapie der erektilen Dysfunktion eingesetzt. Mit der lokal topischen Anwendungsmöglichkeit kommt nun eine neue Darreichungsform in den Handel.

Obwohl das Wechselwirkungsrisiko bei der lokal topischen Darreichungsform geringer ist und nicht in speziellen Studien untersucht wurde, sollte man die möglichen Wechselwirkungen mit Alprostadil im Hinterkopf behalten. Die wichtigsten Wechselwirkungen von Alprostadil werden hier noch mal in Kürze dargestellt und sind natürlich in ausführlicher Form in der SCHOLZ Datenbank zu finden.

Bei gleichzeitiger Gabe von Thrombozytenaggregationshemmern oder Antikoagulantien kann es zu einem erhöhten Blutungsrisiko kommen. In Kombination mit anderen Mitteln, die zur Behandlung der erektilen Dysfunktion eingesetzt werden, kann ein Priapismus auftreten. Insbesondere bei gleichzeitiger Anwendung von PDE-5-Hemmern, wie z.B. Sildenafil, besteht zusätzlich ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko. In Kombination mit Antihypertensiva oder Vasodilatatoren kann es zu einer verstärkten Blutdrucksenkung kommen. Umgekehrt können gefäßverengende Substanzen wie z.B. Sympathomimetika die Wirkung von Alprostadil abschwächen.