Zopiclon bekommt Gesellschaft: Eszopiclon als neuer Wirkstoff ab dem 15.02.2021 in der SCHOLZ Datenbank

11. Februar 2021 Aus Von root_g3o5m730

Eszopiclon bzw. (S)-Zopiclon ist das (S)-Enantiomer von Zopiclon. Auch wenn der Wirkstoff bisher in Deutschland nicht im Handel war, hat er schon eine längere Geschichte: In den USA ist Eszopiclon bereits seit 2005 im Handel. Schon im Jahr 2009 sollte der Wirkstoff auch in Europa zugelassen werden, der Antrag wurde allerdings vom Hersteller zurückgezogen, da Eszopiclon nicht als neuer Wirkstoff klassifiziert werden sollte und somit der Patentschutz und die Markexklusivität nicht gegeben war.

Eszopiclon ist das Eutomer von Zopiclon und kann somit in geringeren Dosierungen eingesetzt werden. Es kommt als Filmtablette in drei Stärken (1 mg, 2 mg und 3 mg) in den Handel und wird einmal täglich vor dem Zubettgehen eingenommen. Es wird wie sein Racemat zur Behandlung von Schlafstörungen eingesetzt. Wie bei allen Arzneimitteln aus der Gruppe der Benzodiazepine bzw. Benzodiazepin-ähnlichen Substanzen, ist es möglichst kurzzeitig einzusetzen. Ein Zeitraum von 4 Wochen sollte möglichst nicht überschritten werden. In Ausnahmefällen kann es aber auch über einen Zeitraum von bis zu 6 Monaten eingesetzt werden.

Zur Erhöhung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) der Patienten ist insbesondere bei älteren Patienten die erhöhte Sturzgefahr zu berücksichtigen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Bei Patienten ab 65 Jahren ist eine Dosis von 2 mg/Tag nicht zu überschreiten. Auch bei jüngeren Patienten ist auf eine verminderte Reaktionsfähigkeit und entsprechend auf eine mögliche verminderte Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr sowie zum Bedienen von Maschinen hinzuweisen. Natürlich ist bei gleichzeitigem Einsatz von weiteren zentral dämpfenden Substanzen oder bei Alkoholkonsum besondere Vorsicht angezeigt.

Des Weiteren sind kinetische Interaktionen zu beachten. Wie Zopiclon wird auch Eszopiclon hauptsächlich über das Enzym CYP3A4 metabolisiert. Entsprechend ist Vorsicht geboten bei gleichzeitiger Anwendung von starken CYP3A4-Inhibitoren und -Induktoren. Ggf. muss eine Dosisanpassung erfolgen. Bei älteren Patienten ist die gleichzeitige Gabe von starken CYP3A4-Inhibitoren kontraindiziert. Auch bei schwerer Niereninsuffizienz beträgt die maximale Dosis 2 mg/Tag; bei schwerer Leberinsuffizienz ist Eszopiclon aufgrund der Gefahr einer Enzephalopathie kontraindiziert.

Mehr Information zu Eszopiclon und den damit verbundenen Arzneimittelrisiken finden Sie ab dem 15.02.2021 in der SCHOLZ Datenbank (www.scholz-datenbank.de).