Baloxavirmarboxil – ein neuer Wirkstoff zur Therapie und Postexpositionsprophylaxe der Influenza

22. Februar 2021 Aus Von root_g3o5m730

Mit Baloxavirmarboxil (Xofluza®) wurde zum 15.02.2021 ein neuer Wirkstoff zur Therapie und Postexpositionsprophylaxe der unkomplizierten Influenza bei Patienten ab einem Alter von 12 Jahren im deutschen Arzneimittelmarkt zugelassen. Die Filmtablette ist innerhalb von 48 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome oder Kontakt mit einer infizierten Person als Einmaldosis oder aufgeteilt auf zwei Dosierungen einzunehmen.

Baloxavirmarboxil ist ein Prodrug, das im Körper durch Hydrolyse zu Baloxavir umgewandelt wird.

Die Wirkung beruht auf einer Hemmung der CAP-abhängigen-Endonuclease (CEN), ein Enzym des viralen RNA-Polymerase-Komplexes. So wird die Transkription und als Folge sowohl die Synthese von viralen Struktur- als auch von Nicht-Strukturproteinen gehemmt. Dadurch wird letztendlich die Replikation der Influenza-Viren inhibiert.

Dosisanpassungen bei älteren Patienten, Patienten mit Niereninsuffizienz oder Leberinsuffizienz sind nicht erforderlich. Bei schwerer Leberinsuffizienz, ebenso wie bei Kindern unter 12 Jahren und Schwangeren oder Stillenden ist die Sicherheit und Wirksamkeit von Baloxavirmarboxil nicht erwiesen.

Das Arzneimittel hat nur eine geringe Anzahl von Nebenwirkungen.

Im Rahmen der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) ist aber auf jeden Fall zu beachten, dass es bei gleichzeitiger Gabe von Arzneimitteln, die polyvalenten Kationen enthalten, durch Komplexbildung zu klinisch relevanten Wechselwirkungen kommen kann. Dadurch können Resorption, Plasmaspiegel und somit die Wirksamkeit des Arzneistoffs stark reduziert sein. Eine gleichzeitige Gabe von Präparaten, die polyvalente Kationen enthalten, darf nicht erfolgen.

Mehr Information zu Baloxavirmarboxil und den damit verbundenen Arzneimittelrisiken finden Sie ab dem 15.02.2021 in der SCHOLZ Datenbank (www.scholz-datenbank.de)