Rote-Hand-Brief zu Metamizol

18. Dezember 2020 Aus Von root_g3o5m730

Am 15.12.2020 erschien ein Rote-Hand-Brief zu Metamizol bzgl. des Risikos arzneimittelinduzierter Leberschäden (Drug induced Liver Injury, DILI), welche wenige Tage bis Monate nach Behandlungsbeginn auftreten können. Im schlimmsten Fall kann es zu akutem Leberversagen kommen. Der Mechanismus ist nicht vollständig geklärt, aber es gibt Anzeichen für eine immunologisch vermittelte Reaktion.

Eine Erhöhung der Leberenzymwerte mit und ihre Gelbsucht können Anzeichen für eine Leberschädigung sein. Häufig stand die Leberschädigung sie im Zusammenhang mit anderen Arzneimittelüberempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Hautausschlag, Blutbildveränderungen, Fieber und Eosinophilie) oder war begleitet von Merkmalen einer Autoimmunhepatitis. Bei einigen Patienten trat nach erneuter Anwendung wieder ein Leberschaden auf.

In dem Rote Hand Brief werden Ärzte dazu aufgefordert ihre Patienten über die Frühsymptome einer solchen Leberschädigung zu informieren. Patienten sollten sich bei Auftreten der Symptome unverzüglich an ihren Arzt wenden, um die Leberfunktion überprüfen zu lassen. Falls bei einem Patienten unter Metamizol Leberschäden auftreten, für die es keine andere klare Ursache gibt, sollte Metamizol nicht wieder angewendet werden. Auch im Rahmen von AMTS und Medikationsanalysen in den Apotheken sollte dieser Aspekt nicht außer Acht gelassen werden.

Mehr Informationen zu Arzneimittelrisiken von Metamizol sowie anderen Wirkstoffen finden Sie in der SCHOLZ Datenbank. Informieren Sie sich unter www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de und fordern Sie eine kostenlose Demo-Version an.

Quellen:

Rote Hand Brief zu Metamizol: Risiko für arzneimittelbedingten Leberschaden, Zulassungsinhaber von Metamizol-haltigen Arzneimitteln