News Arzneimittelrisiken: Rote-Hand-Briefe zu Lenalidomid und Apremilast

9. November 2016 Aus Von admin

Aktuell wurden zwei Rote-Hand-Briefe der Firma Celgene herausgegeben.

Im ersten Rote-Hand-Brief wird vor dem gelegentlichen Auftreten von Suizidgedanken bzw. suizidalem Verhalten unter der Therapie mit Apremilast (Otezla®) gewarnt [1]. Apremilast gehört zu den sog. krankheitsmodifizierenden antirheumatischen Arzneimitteln (DMARDs) und ist indiziert zur Behandlung von rheumatoider Arthritis sowie der aktiven Psoriasis-Arthritis. Patienten sollen darüber aufgeklärt werden, ihren Arzt bei Stimmungs- oder Verhaltensänderungen zu informieren. Bei Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen oder bei Einnahme von Arzneimitteln, die solche Symptome verursachen können, ist besondere Vorsicht geboten.

Der zweite Rote-Hand-Brief betrifft den Wirkstoff Lenalidomid (Revilimid®), welcher zur Behandlung eines Multiplen Myeloms, myelodysplastischen Syndromen oder eines Mantelzell-Lymphoms eingesetzt werden kann [2]. In Anwendungsbeobachtungen wurden mit einer Häufigkeit von <0,01% Fälle von einer Hepatits-B-Virus-Reaktivierung, teilweise mit Fortschreiten der Erkrankung bis hin zum Leberversagen, festgestellt. Weiterhin wurde eine Reaktivierung von Herpes-Zoster-Viren unter Lenalidomid-Therapie festgestellt. Somit ist bei Patienten mit einer Hepatitis-B-Infektion in der Vergangenheit sowie einer Herpes-Zoster-Infektion in der Anamese Vorsicht angebracht.

Mehr Information zu diesen und anderen Arzneimittelrisiken sowie zum Thema AMTS finden Sie in der SCHOLZ Datenbank via www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.

[1] http://www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/RHB/Archiv/2016/20161108.pdf

[2] http://www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/RHB/Archiv/2016/20161109.pdf