News Arzneimittelrisiken: Rote-Hand-Briefe zu Dimethylfumarat

3. Dezember 2015 Aus Von admin

In den aktuellen Rote-Hand-Briefen zu Dimethylfumarat geht es um die Bekanntmachung neuer Maßnahmen zur Senkung des Risikos einer progressiven multifokalen Leukenzephalopathie (PML). Dimethylfumarat wird einerseits zur Behandlung der schubförmig remittierenden Multiplen Sklerose eingesetzt (Tecfidera®); andererseits wird zur oralen Therapie von Psoriasis vulgaris angewendet (Fumaderm®).

Um das PML-Risiko zu senken sind sowohl vor der Therapie, als auch während der Therapie bestimmte Maßnahmen notwendig, die sowohl Ärzte als auch Apotheker kennen sollten, um die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) zu erhöhen.

Für beide Dimethylfumarat-haltigen Arzneimittel gilt, dass vor der Therapie ein großes Blutbild einschließlich Lymphozyten bestimmt werden sollte und die Patienten über die Symptome einer PML sowie die bei Auftreten dieser Symptome zu ergreifenden Maßnahmen aufgeklärt werden sollten. Im Falle von Tecfidera® sollte in den 3 Monaten vor Therapiebeginn eine Referenz-MRT-Untersuchung erfolgen.

Während der Therapie sollte die Bestimmung eines großen Blutbildes erfolgen: Im Falle von Tecfidera® einschließlich Lymphozyten alle 3 Monate; im Falle von Fumaderm® einschließlich Differenzialblutbild und Blutplättchenzahl alle 4 Wochen.

Werden bestimmte Lymphozytenzahlen unterschritten (genaue Werte siehe Rote-Hand-Briefe), sollte entweder die Dosis reduziert bzw. die Therapie abgebrochen werden und der Patient überwacht werden.

Mehr Information zu diesen und anderen Arzneimittelrisiken sowie zum Thema AMTS finden Sie in der SCHOLZ Datenbank via www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.

Fumaderm®

[1] http://www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/DSM/Archiv/2015-34.html

[2] http://www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/RHB/Archiv/2015/20151124.pdf

 

Tecfidera®

[3] http://www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/DSM/Archiv/2015-35.html

[4] http://www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/RHB/Archiv/2015/20151123.pdf