Neu in der SCHOLZ Datenbank: Cobimetinib

11. Dezember 2015 Aus Von admin

Mit Cobimetinib (Cotellic®) kommt im Dezember ein neuer MEK-Inhibitor zur oralen Gabe in den Handel.

Cobimetinib ist ein reversibler, allosterischer und selektiver Inhibitor des Mitogen-aktivierten-Proteinkinase-Wegs (MAPK). Cobimetinib ist in Kombination mit Vemurafenib, einem BRAF-Serin-Threonin-Kinase-Inhibitor, indiziert zur Behandlung eines nicht rezidivierbaren oder metastsierten Melanoms mit BRAF-V600-Mutation.

Cobimetinib wird hauptsächlich über das Cytochrom P450-Enzym CYP3A4 metabolisiert (Phase-I-Metabolismus) und über die UDP-Glucoronosyltransferase UGT2B7 (Phase-2-Metabolismus) glucoronidiert. Weiterhin ist Cobimetinib ein Substrat des Efflux-Transporters P-Glycoprotein (P-gp). In vitro ist Cobimetinib ein Induktor von CYP1A2, ein mäßiger Inhibitor des Efflux-Transporters BCRP und ein schwacher Inhibitor der Transportproteine OATP1B1, OATP1B3 und OCT1.

Somit müssen unter Gesichtspunkten der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) in jedem Fall Interaktionen mit CYP3A4- und/ oder P-gp-Inhibitoren und -Induktoren beachtet werden. Die gleichzeitige Gabe von moderaten bis starken CYP3A4- und/ oder P-gp-Inhibitoren sowie -Induktoren sollte vermieden werden,

Weiterhin könnten auch Interaktionen mit Substraten von CYP1A2, BCRP. OATP1B1/1B3 oder OCT1 auftreten. Hierzu liegen derzeit keine klinischen Daten vor. Die Relevanz dieser Wechselwirkungen ist daher unklar.

Zu beachten sind unbedingt auch die Interaktionen und Nebenwirkungen von Vemurafenib, da dies in Kombination mit Cobimetinib gegeben wird. Besonders hervorzuheben ist dabei, dass Vemurafenib ein hohes Risiko für eine QT-Intervall-Verlängerung mit sich bringt. Weiterhin kann Vemurafenib kinetische Interaktionen mit CYP1A2-, CYP2B6-, CYP2C8-, CYP3A4- oder P-gp-Substraten hervorrufen. Hierbei ist auch an die lange Halbwertszeit von Vemurafenib zu denken, weshalb Inhibitionseffekte auch noch 8 Tage nach Beendigung einer Vemurafenib-Therapie anhalten können.

 

Mehr Information zu diesen und anderen Wechselwirkungen, Nebenwirkungen oder Kontraindikationen dieses Arzneimittels finden Sie in der SCHOLZ Datenbank via www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.