News Arzneimittelrisiken: Thalidomid in reduzierter Initialdosis bei Patienten über 75 Jahren

11. November 2015 Aus Von admin

Thalidomid 50 mg wird in Kombination mit Melphalan und Prednison zur Erstlinientherapie eines multiplen Myeloms bei Patienten ab einem Alter von 65 Jahren eingesetzt bzw. bei Patienten, bei denen keine hochdosierte Chemotherapie durchgeführt werden kann [1]. Bei einem muliplen Myelom handelt es sich um eine seltene Krebserkrankung, mit der man in der Offizin nur sehr selten in Berührung kommt. Allerdings ist es gerade im Bereich AMTS oder in der Krankenhausapotheke wichtig zu wissen, wie dieses Arzneimittel eingesetzt wird und wie es zu dosieren ist.

Die Firma Celgene informiert aktuell in einem Rote-Hand-Brief über eine Änderung der Dosierungsempfehlung für Thalidomid bei Patienten ab einem Alter über 75 Jahren. Hier sollte die Initialdosis von Thalidomid 100 mg statt 200 mg pro Tag betragen [2].

 Weiterhin wird auch eine Reduktion der Initialdosis von Melphalan empfohlen, wenn es bei Patienten über 75 Jahren mit Thalidomid kombiniert wird. Außerdem muss hier eine Dosisreduktion bei Niereninsuffizienz in Betracht gezogen werden.

Diese Reduktion der Thalidomid-Initialdosis für Patienten ab 75 Jahren beruht auf einer aktuellen Auswertung von Phase III Studien, in denen sich für die genannte Altersklasse eine erhöhte Gesamtinzidenz für schwerwiegende Nebenwirkungen und Grad 5-Nebenwirkungen ergab. Allerdings gab es keine signifikanten Unterschiede bei den primären Todesursachen zwischen den beiden Altersgruppen. Bei einer Reduktion der Intialdosis von Thalidomid bei Patienten über 75 Jahren auf 100 mg ist mit einem vergleichbaren Nebenwirkungsprofil wie bei jüngeren Patienten zu rechnen, die 200 mg Thalidomid erhalten.

 

Mehr Information zu diesen und anderen Arzneimittelrisiken sowie zum Thema AMTS finden Sie in der SCHOLZ Datenbank via www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.

 

[1] http://www.ema.europa.eu/docs/de_DE/document_library/EPAR_-_Summary_for_the_public/human/000823/WC500037052.pdf

[2] http://www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/RHB/Archiv/2015/20151109.pdf