Neu in der SCHOLZ Datenbank: Isavuconazol, ein Antimykotikum mit einigen kinetischen Interaktionen

24. November 2015 Aus Von admin

Mit Isavucoazol (Cresemba®) kam im November ein neues Antimykotikum zur Infusion oder oralen Gabe in den Handel.

Unter Gesichtspunkten der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) sollte beachtet werden, dass diese Substanz vielfältige Interaktionen auf kinetischer Ebene hervorrufen kann.

Isavuconazol wird hauptsächlich über CYP3A4 metabolisiert und ist selbst auch ein moderater Inhibitor von CYP3A4. In vitro-Studien weisen auf eine Hemmung sowie eine Induktion weiterer CYP-Enzyme hin. Außerdem hemmt Isavuconazol in geringem Ausmaß die Transportproteine P-gp (P-Glycoprotein), BCRP (Breast Cancer Resistance Protein) und OCT2 (Organic Cation Transporter).

Somit müssen Interaktionen mit CYP3A4-Induktoren sowie -Inhibitoren berücksichtigt werden. Weiterhin müssen Wechselwirkungen mit CYP3A4-Substraten und Substraten der benannten Transportproteine berücksichtigt werden, die eine geringe therapeutische Breite besitzen wie z.B. Immunsuppressiva, Zytostatika oder Digoxin. Aufgrund der weiteren in vitro nachgewiesenen CYP-Hemmungen ist mit diversen sensitiven CYP-Substraten Vorsicht geboten (Z.B. CYP2B6-Substrate wie Bupropion).

Als Kontraindikation gilt das familiäre Short-QT-Syndrom, da Isavuconazol das QT-Intervall verkürzen kann. Auch die gleichzeitige Gabe mit Substanzen, die das QT-Intervall verkürzen, sollte nur mit Vorsicht durchgeführt werden.

Mehr Information zu diesen und anderen Wechselwirkungen, Nebenwirkungen oder Kontraindikationen dieses Arzneimittels finden Sie in der SCHOLZ Datenbank via www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.