News: Arzneimittelrisiken – Fallbericht zu Leukenzephalopathie und Hirnödem unter Etanercept

9. Oktober 2015 Aus Von admin

Etanercept (Enbrel®) wird zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis in Kombination mit Methotrexat (MTX) oder als Monotherapie eingesetzt, wenn die Therapie mit Basistherapeutika wie z.B. Methotrexat nicht den gewünschten therapeutischen Effekt erzielt oder nicht vertragen wird. Weiterhin kann es in bestimmten Fällen zur Behandlung der Psoriasis-Arthritis oder Plaque Psoriasis angewendet werden. Etanercept ist ein Inhibitor des proinflammatorischen Zytokins TNFα (Tumornekrosefaktor alpha).

Kürzlich wurde der Fall einer 34-jährigen Patientin gemeldet, die unter Etanercept-Therapie eine Leukenzephalopathie mit ödematösen Veränderungen entwickelte. Die Symptome bildeten sich nach Absetzen von Etanercept teilweise zurück. Die endgültige Diagnose war eine direkt toxische Myelin-Schädigung durch Etanercept- sprich eine toxische Leukenzephalopathie.

Neben dem beschriebenen Fall existieren in der Literatur weitere Hinweise auf seltene, meist reversible Schädigungen der weißen Substanz im zentralen Nervensystem (ZNS)*, durch Etanercept.

Wichtig für die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS): Hinsichtlich dieser Nebenwirkung und ihrer Symptomatik sollte eine Aufklärung der Patienten erfolgen. Bei Verdacht auf das Auftreten dieser Nebenwirkung oder neurologischen Symptomen nach entsprechender Differentialdiagnostik sollte die Etanercept Therapie pausiert oder abgebrochen werden und eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden.

 

Mehr Information zu diesen und anderen Arzneimittelrisiken finden Sie in der SCHOLZ Datenbank via www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.

 

 [1] http://www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/Bekanntgaben/Archiv/2015/20151002.html bzw. http://www.aerzteblatt.de/pdf/112/40/a1637.pdf?ts=29.09.2015+08%3A39%3A07

* weiße Substanz: Der Teil des ZNS, der von den Nervenfasern (Axonen) durchzogen ist. Weißfärbung durch Myelinscheiden.