News: Arzneimittelrisiken – DPP-4-Inhibitoren: Risiko schwerer Gelenkschmerzen

5. September 2015 Aus Von admin

DPP-4-Inhibitoren (DPP= Dipeptidylpeptidase) werden auch als sog. Gliptine bezeichnet. Zu dieser Gruppe gehören z.B. die Wirkstoffe Saxagliptin (seit 2009) und Sitagliptin (seit 2007). Gliptine werden zur Blutzuckersenkung bei Diabetes mellitus Typ 2 eingesetzt. Sie wirken, indem Sie das Enzym Dipeptidylpeptidase 4 (DPP 4) hemmen, welches für die Inaktivierung den Peptidhormons GLP1 (Glucagon like peptide 1) zuständig ist. GLP1 fördert wiederum die Produktion von Insulin in der Bauchspeicheldrüse und senkt die Glucagonsynthese.

Es wurden Fälle von Patienten beschrieben, die unter einer Behandlung mit DDP-4-Inhibitoren – unabhängig von der Therapiedauer – schwere Gelenkschmerzen entwickelten, welche sich innerhalb eines Monats nach Absetzen des Medikamentes besserten. Es gab Fälle, bei denen die Gelenkschmerzen wieder auftraten, wenn eine erneute Gliptin-Therapie eingeleitet wurde.

Die FDA hat somit angeordnet, dass alle Gliptin-haltigen Präparate mit einem zusätzlichen Warnhinweis zur Gefahr schwerer Gelenkschmerzen versehen werden.

 Ein weiterer Aspekt, der das Sicherheitsprofil der Gliptine in Frage stellt, ist das im Jahre 2011 diskutierte Risiko für Pankreatitis und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Dies wurde weder eindeutig nachgewiesen, noch konnte es eindeutig widerlegt werden.

Mehr Information zu diesen und anderen Arzneimittelrisiken finden Sie in der SCHOLZ Datenbank via www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.

 

[1] http://www.fda.gov/Drugs/DrugSafety/ucm459579.htm

[2] Elashoff M et al.: Increased Incidence of Pancreatitis and Cancer Among Patients Given Glucagon Like Peptide-1 Based Therapy. Gastroenterology.