Neu in der SCHOLZ Datenbank – Wir stellen das Risikoprofil des neuen Wirkstoffs Naloxegol vor

4. August 2015 Aus Von admin

Naloxegol (Moventig®) ist ein peripher wirksamer μ-Rezeptor-Antagonist, der zur Behandlung der Opioid-induzierten Obstipation eingesetzt wird. Naloxegol ist das PEGylierte Derivat des bekannten zentralwirksamen μ-Rezeptor-Antagonisten Naloxon. Naloxegol ist auch ein Substrat des Efflux-Transporters P-Glycoprotein (P-gp). Durch die PEGylierung und den Transport über P-gp soll eine Wirkung von Naloxegol im ZNS verhindert werden. Unter Gesichtspunkten der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) müssen v.a. gastrointestinale Nebenwirkungen und pharmakokinetische Wechselwirkungen berücksichtigt werden.

 Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Diarrhö und abdominale Schmerzen, die v.a. in höheren Dosierungen auftreten (sehr häufig ≥ 10%). Durch Dosisreduktion kann die Verträglichkeit erhöht werden. Häufig traten auch andere gastrointestinale Beschwerden wie Erbrechen, Übelkeit und Flatulenzen auf. Gelegentlich wurde das Auftreten eines Opioid-Entzugs-Syndroms beobacht, obwohl die ZNS-Gängigkeit von Naloxegol minimal ist.

Pharmakokinetische Interaktionen

Naloxegol wird über das Cytochrom P-450-Enzym CYP3A4 metabolisiert. Starke CYP3A4-Inhibitoren sind kontraindiziert. Bei mittelstarken CYP3A4-Inhibitoren reicht eine Dosisreduktion, um die gastrointestinale Verträglichkeit von Naloxegol zu gewährleisten und die Auslösung eines Opioid-Entzugs-Syndroms zu vermeiden. Auch CYP3A4-Induktoren sollten während einer Therapie mit Naloxegol vermieden werden.

P-gp-Inhibitoren wie z.B. Chinidin führten ebenfalls zu einem leichten Anstieg der Naloxegol-Plasmaspiegel, allerdings wird die ZNS-Penetration von Naloxegol nicht erhöht. Somit sind durch eine P-gp-Inhibition wahrscheinlich nicht vermehrt Nebenwirkungen zu erwarten, wenn nicht gleichzeitig eine moderate bis starke CYP3A4-Inhibition erfolgt. Allerdings hängen P-gp- und CYP3A4-Inhibition in den meisten Fällen zusammen.


Diese Informationen stellen einen Auszug der risikorelevanten Hinweise dar. Mehr Information zu diesen und anderen Arzneimittelrisiken finden Sie in der SCHOLZ Datenbank via www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.