Neu in der SCHOLZ Datenbank: Edoxaban – ein weiterer Vertreter aus der Reihe der NOAKs (neue orale Antikoagulantien)

11. August 2015 Aus Von admin

Edoxaban (Lixiana®) ist ein weiterer Wirkstoff aus der Reihe der neuen oralen Antikoagulantien (NOAKs) und bildet neben Rivaroxaban und Apixaban den dritten Wirkstoff der direkten Faktor Xa-Hemmer. Auch Dabigatran, ein direkter Thrombin-Inhibitor, wird zur Gruppe der NOAKs gezählt. Damit ist Edoxaban der vierte Wirkstoff aus der Gruppe der NOAKs, die sich von den klassischen oralen Antikoagulantien dadurch unterscheiden, dass sie keine Vitamin-K-Antagonisten darstellen.

Unter AMTS-Gesichtspunkten wollen wir in diesem Blog Dosisanpassungen, Interaktionen und Nebenwirkungen betrachten.

Dosisreduktionen sind notwendig, wenn Patienten eine eingeschränkte Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 15-50ml/min) oder reduziertes Körpergewicht (≤ 60kg) aufweisen.

Pharmakokinetische Interaktionen

Auch bei gleichzeitiger Anwendung starker P-gp-Inhibitoren sollte die Dosis reduziert werden, da Edoxaban – wie die anderen NOAKs auch – ein Substrat des Efflux-Transporters P-Glycoprotein (P-gp) ist. Auch mit P-gp-Induktoren ist Vorsicht geboten.

Pharmakodynamische Interaktionen

Bei gleichzeitiger Gabe von Edoxaban und weiteren Gerinnungshemmern ist das Blutungsrisiko erhöht. Weitere Antikoagulantien dürfen nur in Umstellungsphasen gegeben werden. Ansonsten sind sie bei Edoxaban-Behandlung kontraindiziert. Die Einnahme von ASS in hohen Dosierungen und eine langfristige Anwendung anderer NSAR wird nicht empfohlen. Auch in Kombination mit anderen Thrombozytenaggregationshemmern ist das Blutungsrisiko erhöht.

Anwendungsbeschränkungen

Bei Patienten mit erhöhtem Blutungsrisiko aufgrund bestimmter Grunderkrankungen ist ebenfalls besondere Vorsicht geboten. In einigen Fällen wie z.B. bei akuten gastrointestinalen Ulzerationen ist Edoxaban kontraindiziert. Edoxaban sollte mind. 24 Stunden vor operativen Eingriffen abgesetzt werden.


Diese Informationen stellen einen nur einen Teil der risikorelevanten Hinweise dar. Mehr Information zu diesen und anderen Arzneimittelrisiken finden Sie in der SCHOLZ Datenbank via www.scholz-datenbank.de bzw. www.eprax.de.