Olaparib, ein neuer Wirkstoff im Bereich der Onkologie – Teil 1: Pharmakodynamik

2. Juni 2015 Aus Von admin

Olaparib (Lynparza®) ist ein neuer PARP-Inhibitor (PARP = Poly(ADP-ribose)-Polymerase), der zur Monotherapie spezieller Arten von Ovarial-, Eileiter oder Peritonealkarzinomen eingesetzt wird.

Unter Aspekten der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) muss natürlich die Eignung dieser Substanz für den Patienten vor der Anwendung sorgfältig geprüft werden. Dazu gehört u.a. die Abwägung potentieller Risiken für den Patienten. Bei diesem Wirkstoff müssen sowohl pharmakodynamische, als auch einige pharmakokinetische Wechselwirkungen betrachtet werden.

In diesem ersten Beitrag zu Olaparib wollen wir zunächst die pharmakodynamischen Wechselwirkungen näher betrachten. Dazu schauen wir uns den Wirkmechanismus von Olaparib und die pharmakodynamischen Interaktionen an.

Wir wirkt Olaparib und für wen ist dieses Medikament geeignet?

Poly(ADP-ribose)-Polymerasen sind an der Reparatur von DNA-Einzelstrangbrüchen beteiligt. Der Wirkstoff Olaparib bindet an DNA-assoziierte PARP, so dass dieses Enzym nicht mehr von der DNA dissoziieren kann. Dies führt im Endeffekt zu Dopperlstrangbrüchen der DNA während der Zellreplikation.

Diese Schäden können normalerweise durch die sog. homologe Rekombinationsreparatur behoben werden. Dafür sind sog. BCRA-Gene (breast cancer susceptibility gene) essentiell, die entsprechende Reparaturproteine kodieren. Wenn diese Gene durch eine Mutation verändert sind, kommen andere, stärker fehlerbehaftete Reparaturwege zum Einsatz, welche letztendlich zu genomischer Instabilität und damit zum Absterben der Krebszellen führen.

Somit kann der Wirkstoff nur bei Patientinnen mit BCRA-Mutation eingesetzt werden.

Welche pharmakodynamischen Interaktionen müssen bei einer Therapie mit Olaparib berücksichtigt werden?

Bei gleichzeitiger Anwendung von Olaparib und anderen onkologischen Arzneimitteln, einschließlich DNA-schädigender Substanzen, kam es in klinischen Studien zu einer Potenzierung und Verlängerung der myelosuppressiven Toxizität. Diese verstärkte Knochenmarkssuppression kann das Auftreten von Anämien, Neutropenien, Thrombozytopenien oder Lymphopenien fördern. Somit darf Olaparib nicht zusammen mit anderen onkologischen Arzneimitteln angewendet werden.

Die verstärkte Immunsuppression muss ebenfalls berücksichtigt werden. Deshalb ist bei gleichzeitiger Anwendung von Immunsuppressiva und Impfstoffen Vorsicht geboten sowie eine sorgfältige Überwachung der Patienten angezeigt.

Im nächsten Blog beleuchten wir die pharmakokinetischen Interaktionen von Olaparib. Falls Sie sich vorher informieren möchten, schauen Sie einfach in Ihre SCHOLZ Datenbank.

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