SCHOLZ Datenbank verschärft Risikoeinstufung: Erhöhtes Risiko für Todesfälle bei Kombination von ACE-Hemmer oder Sartanen mit Antibiotika wie Cotrimoxazol und Ciprofloxazin

9. Dezember 2014 Aus Von admin

Die Tatsache, dass Trimethoprim in Kombination mit ACE-Hemmern und Sartanen verstärkt zu Hyperkaliämien führt, ist schon seit 2010 bekannt (http://www.arznei-telegramm.de/html/2010_07/1007075_03.html). Diese Wechselwirkung wird seitdem selbstverständlich in der SCHOLZ Datenbank dargestellt. Aufgrund der aktuellen Daten (Bekanntmachung November 2014) wurde die Risikoeinstufung in der SCHOLZ Datenbank im letzten Update verschärft.

In einer neuen Fall-Kontroll-Studie (1994-2012), die kürzlich im British Medical Journal veröffentlicht wurde, wird über ein erhöhtes Risiko plötzlicher Todesfälle innerhalb von 7-14 Tagen nach einer Antibiotika-Therapie mit Cotrimoxazol (Sulfamethoxazol+Trimepthoprim) oder Ciprofloxacin bei Patienten berichtet, die sich in einer Dauertherapie mit ACE-Hemmern oder Sartanen befanden (http://www.bmj.com/content/349/bmj.g6196).

Dass ACE-Hemmer und Sartane über eine Hemmung der Aldosteronsekretion zu einer verminderten Kaliumaussscheidung führen können, ist bekannt. Als Ursache für die plötzlichen Todesfälle in dieser Studie werden Herzrhythmusstörungen angenommen, die wahrscheinlich durch eine Hyperkaliämie ausgelöst bzw. verschlimmert wurden.

Ein besonders hohes Risiko besteht bei alten Patienten, bei Patienten, die zusätzlich an einer Nierenfunktionsstörung leiden oder wenn weitere Medikamente eingenommen werden, die Kaliumspiegel erhöhen können wie z.B. kaliumsparende Diuretika.