Neu in der SCHOLZ Datenbank: Ataluren – ein kurzer Überblick über pharmakodynamische und pharmakokinetische Interaktionen

4. Dezember 2014 Aus Von admin

Mit Altaluren ist seit Anfang Dezember ein neues „small molecule“ auf dem deutschen Arzneimittelmarkt, welches zur Therapie der Erbkrankheit „Duchenne-Muskeldystrophie“ eingesetzt wird. Bei dieser Erkrankung kann das Muskelstrukturprotein Dystrophin durch eine Nonsense-Mutation des Dystrophin-Gens, die zu einem fälschlicherweise zu früh eingebauten Stoppcodon in der mRNA führt, nicht richtig gebildet werden. Ataluren ist in der Lage, das Stoppcodon zum umgehen und ermöglich dadurch die Bildung des Proteins in voller Länge.

Unter AMTS-Gesichtspunkten sollte beachtet werden, dass Ataluren nicht zusammen mit Aminoglycosid-Antibiotika angewendet werden darf, denn einerseits kam es in vitro zu einer Abschwächung der Durchleseaktivität von Ataluren bei Kombination mit Aminoglycosid-Antibiotika, andererseits scheint Ataluren die Nephrotoxizität intravenöser Aminoglycoside zu erhöhen. Da der Mechanismus nicht genau bekannt ist, sollte Ataluren auch nicht mit anderen potentiell nephrotoxischen Substanzen kombiniert werden.

Auch kinetische Interaktionen müssen bei der Anwendung von Ataluren beachtet werden. Ataluren ist ein Substrat der Uridin-Diphosphat-Glucuronosyltransferase 1A9 (UGT1A9) in Darm und Leber und dem Brustkrebsresistenzprotein BCRP. Weiterhin wurde in vitro eine Inhibition der UGT1A9, der organischen Anionentransporters OAT1 und OAT3 sowie des Anionen transportierenden Peptides OATP1B3 durch Ataluren festgestellt.